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Kommentar Der Finanzskandal in Malaysia bestätigt alle Vorurteile über Goldman Sachs

Geld bedeutet alles, Moral nichts: Die US-Großbank bestätigt einmal mehr ihren Ruf als Bösewicht der Finanzmärkte. Doch das ist ein Problem.
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Malaysia verlangt mehr als 3,3 Milliarden Dollar Schadensersatz von der Bank. Quelle: Reuters
Goldman Sachs

Malaysia verlangt mehr als 3,3 Milliarden Dollar Schadensersatz von der Bank.

(Foto: Reuters)

Ein vampirartiger Krake, welcher die Menschheit umklammert und seine Blut-Trichter in alles stößt, was nach Geld riecht. Das war das Bild, das das Rock-Magazin „Rolling Stone“ vor acht Jahren von Goldman Sachs gezeichnet hat. Und es war genau dieses Image, das die amerikanische Investmentbank seitdem versucht loszuwerden. Sie wollte sich ein freundlicheres Gesicht geben.

Zuletzt hatte es sogar danach ausgesehen, als sei ihr das gelungen. Ein DJ als neuer CEO, eine Onlinebank mit Konten und Krediten für Otto Normalverbraucher, viele gute Taten: all das hatte der Bank ein sympathischeres Gesicht verliehen. Fast vergessen waren die Zweifel an Goldmans Vorgehen vor der großen Finanzkrise. Leiser geworden war die Kritik an den Drehtüren der Bank, dank deren Politiker, Zentralbanker und andere mächtige Personen problemlos aus ihrer Welt in die Bank und wieder zurück wechseln.

Doch mit dem jüngsten Finanzskandal in Malaysia bestätigen die New Yorker wieder einmal alle Vorurteile: Der zeigt, dass es der Bank letztendlich doch nur um Geld geht. Goldman ist in Malaysia in den größten Finanzskandal in der Geschichte des Landes verwickelt. Das US-Justizministerium geht davon aus, dass 4,5 Milliarden Dollar aus einem Staatsfonds veruntreut wurden. Der Generalstaatsanwalt von Malaysia verlangt mehr als 3,3 Milliarden Dollar Schadensersatz von Goldman.

Tatsächlich ist das Verhalten von Goldman Sachs kaum zu entschuldigen, und es gibt viele Anzeichen, dass der Bank klar war, dass es sich nicht um saubere Geschäfte handelte. Dem umstrittenen Geschäftspartner Jho Low wurde laut „Wall Street Journal“ 2011 ein Konto bei Goldman Sachs verweigert, weil die Herkunft seines Reichtums unklar war.

Aber als es darum ging, mit dem nun im Fokus stehenden Staatsfonds hohe Provisionen zu verdienen, drückte man bei Goldman ein Auge zu, obwohl Low an Bord war. In einem anderen Fall investierte das Geldhaus einfach selbst in Anleihen für vom Staatsfonds gewollte Kraftwerke, weil sich nicht genügend Käufer fanden. Im Gegenzug strich die Bank Provisionen in dreistelliger Millionenhöhe ein – um sich selbst für das hohe Risiko zu vergüten. Eine durchaus umstrittene Praxis.

Goldman Sachs ist klar, dass das Geschäftsgebaren in Malaysia dem Image der Bank schadet. Die Bank zeigt daher nun mit dem Finger auf einzelne böse Mitarbeiter. Aber ganz offensichtlich gab es im Unternehmen nicht die nötigen Kontrollen, um solches Verhalten zu unterbinden. Das ist die milde Interpretation. Mit „Rolling Stone“ gesprochen, könnte man auch auf die Idee kommen, der Krake sei immer noch so blutrünstig wie zuvor. Er hat sich nur ein anderes Kleid angezogen.

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