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Kommentar Der fragwürdige Trick des Thomas-Cook-Großaktionärs Fosun

Werden die Kleinaktionäre beim Verkauf der Neckermann-Mutter an der Nase herumgeführt? Das Vorgehen des chinesischen Investors löst jedenfalls Bedenken aus.
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Der Verkauf der Airline-Sparte von Thomas Cook, wozu auch die Fluggesellschaft Condor gehört, ist wohl vom Tisch. Quelle: dpa
Condor-Jet im Anflug

Der Verkauf der Airline-Sparte von Thomas Cook, wozu auch die Fluggesellschaft Condor gehört, ist wohl vom Tisch.

(Foto: dpa)

Der Erfinder der Pauschalreise, die 1841 in Großbritannien gegründete Firma Thomas Cook, wird womöglich im Dezember chinesisch. Und mit ihr die deutsche Tochter Neckermann wie auch die Airline Condor – ebenfalls Traditionsfirmen mit gutem Klang.

Genau auf solche Marken haben es Investoren aus dem Reich der Mitte für gewöhnlich abgesehen. Stehen sie doch bei ihren Landsleuten für Verlässlichkeit und Prestige, wie der stürmische Erfolg der vor zwei Jahren etablierten Thomas-Cook-Reisebüros in China zeigt.

Der zweitgrößte Reisekonzern der Welt kann die finanzkräftige Hilfe gut gebrauchen. Ohne Rettung von außen, warnte die Ratingagentur Standard & Poor‘s, wachse die Gefahr einer Insolvenz.
Allein: Das Vorgehen des Investors aus dem Reich der Mitte löst Bedenken aus. Läuft der Anteilserwerb reibungslos über die Bühne, könnte er bald schon ein Muster abgeben für andere Übernahmen – und zwar zum Schrecken außenstehender Kleinanleger.

Denn obwohl Fosun Tourism seinen Anteil an dem europäischen Reiseveranstalter von bislang 18 auf voraussichtlich 66 bis 75 Prozent aufstockt, will er sich ein Übernahmeangebot an die übrigen Aktionäre sparen. Die sollen es sich ohne Gegenwehr gefallen lassen, dass ihr Dividendenanspruch massiv verwässert wird. Kein Wunder, dass sich der Aktienkurs binnen Stunden nach Ankündigung des Vorgehens halbierte. Dabei gilt in Großbritannien wie in Deutschland: Wer als Aktionär die Anteilsschwelle von 30 Prozent überschreitet, ist zu einer öffentlichen Offerte verpflichtet.

Der Plan für Thomas Cook scheint genial. So beteiligt sich Fosun nicht an der börsennotierten Aktiengesellschaft, sondern lediglich an der Reiseveranstaltungssparte, die man rechtlich von der Holding abtrennt. Die Thomas Cook plc. wird damit zu einer leeren Hülle. Ob sich die so ausgebooteten Aktionäre das gefallen lassen? Die Refinanzierung von Thomas Cook dürfte auf jeden Fall juristische Scharmützel nach sich ziehen.

Mehr: Die Konkurrenz wächst – Was Lufthansa mit der Billig-Tochter Eurowings vorhat.

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