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Kommentar Der freiwillige Machtwechsel bei der Citigroup ist scheinheilig

CEO Michael Corbat hat viel Lob bekommen, weil er eine Frau zu seiner Nachfolgerin gemacht hat. Nun zeigt sich: Er hinterlässt ihr viele Probleme und stiehlt sich aus der Verantwortung.
14.10.2020 - 11:19 Uhr Kommentieren
Auf die Bank kommen nun umfassende Investitionen und Abstimmungsprozesse zu. Quelle: Reuters
Citigroup-CEO Michael Corbat

Auf die Bank kommen nun umfassende Investitionen und Abstimmungsprozesse zu.

(Foto: Reuters)

Für kurze Zeit wurde Michael Corbat gefeiert. Der Chef der Citigroup hatte angekündet, im Februar, früher als ursprünglich geplant, in Rente zu gehen und den Weg frei zu machen für die erste Frau an der Spitze einer großen Wall-Street-Bank. Corbat habe seinen Teil dazu beigetragen, dass die gläserne Decke in Amerikas Finanzzentrum endlich durchbrochen werde, lobten Analysten und andere Bank-Manager.

Doch mit der Veröffentlichung der Quartalszahlen zeigt sich: Jane Fraser, die derzeit das Privatkundengeschäft der Citigroup leitet, wird abseits der Coronakrise eine ganze Reihe von tief greifenden Problemen erben, die ihr den Start als Vorstandschefin erschweren werden.

Kurz nach Frasers Beförderung einigte sich die Bank mit Aufsehern auf eine Strafzahlung von 400 Millionen Dollar, weil das Institut Mängel im Risikomanagement und bei internen Kontrollen nicht behoben hatte. Außerdem wurde bekannt, dass Mitarbeiter aus Versehen 900 Millionen Dollar an Kreditgeber des Kosmetikkonzerns Revlon überwiesen hatten – auch das ein Zeichen für tief greifende Schwächen in der Compliance.

Auf die Bank kommen nun umfassende Investitionen und Abstimmungsprozesse zu. Analysten befürchten, dass die Bank ähnlich enden könnte wie der kleinere Konkurrent Wells Fargo, der schon seit Jahren mit der Bewältigung diverser Krisen kämpft und von der Fed eine Wachstumssperre auferlegt bekam. Zwei Stunden lang löcherten Analysten den Citi-Chef nach der Bekanntgabe der Quartalszahlen. Der Bank würde es an Dringlichkeit fehlen, die Probleme anzugehen, monierten sie. Auch fehle es an Details darüber, wie teuer die Investitionen in neue Compliance-Programme werden würden.

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    Und während JP Morgan einen überraschenden Gewinnsprung vermeldete, brach der Gewinn bei der Citigroup weiter ein.

    Fraser wird als erste Frau an der Spitze einer US-Großbank branchenweit im Fokus stehen. Doch es ist fraglich, ob ihr ein großer strategischer Neuanfang gelingen kann. Zunächst einmal muss sie die Fehler der Vergangenheit beseitigen und hoffen, dass die Konkurrenz nicht noch weiter an ihr vorbeizieht. Ihr Debüt in der Chefetage hat sie sich sicherlich anders vorgestellt.

    Mehr: Gewinn der Citigroup bricht ein – JP Morgan steigert überraschend Ergebnis

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