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Kommentar Der Garantiefetisch bei Betriebsrenten schadet der Altersvorsorge

Die meisten Arbeitnehmer gehen auf Nummer sicher und bestehen auf Garantien bei Betriebsrenten. Diese Einstellung ist gerade für Jüngere nicht hilfreich.
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Beschäftigte fordern eine Mindesthöhe für spätere Auszahlungen. Quelle: dpa
Geldscheine

Beschäftigte fordern eine Mindesthöhe für spätere Auszahlungen.

(Foto: dpa)

Aktienmärkte haben aus Sicht der deutschen Sparer etwas Undurchschaubares, bisweilen sogar Bedrohliches. Die Angst, alle Rücklagen durch einen großen Crash zu verlieren, lässt viele selbst in Zeiten anhaltender Niedrigzinsen lieber zu konservativen Anlageformen greifen. Diese Mentalität scheint auch bei der Vorsorge für das Alter durch. Die Beschäftigten mögen es sicher: Betriebsrenten sollten für die späteren Auszahlungen eine Mindesthöhe garantieren.

Eine Umfrage zeigt, dass selbst unter Mitarbeitern von Finanzdienstleistern, denen der Zusammenhang zwischen Risiko und Rendite möglicherweise eher bewusst ist, nur 19 Prozent sich für eine garantiefreie Zielrente erwärmen können. Dieses neue Instrument der betrieblichen Altersversorgung ist seit fast zwei Jahren möglich, angenommen wird es aber nicht.

Die gerade im Gewerkschaftslager verbreitete Skepsis ist unverständlich: Betriebsrenten mit festen Garantien führen in der heutigen Niedrigzinswelt dazu, dass die zusätzliche Vorsorge von Arbeitnehmern für das Alter am Ende schmaler ausfällt.

Der Aufbau von Ansprüchen in der betrieblichen Altersversorgung läuft im Idealfall über das gesamte Erwerbsleben. Das ist ein Zeitraum von 40 oder 45 Jahren. Da sind risikoreichere Anlagen gerade zu Beginn der Ansparphase vertretbar und können die Grundlage für eine höhere Zusatzrente legen. Die Gewerkschaften sollten das im Interesse der Beschäftigten erkennen – und sich nicht wie zuletzt die IG Metall an der garantierten Mindestleistung festklammern.

Außerdem bietet das sogenannte Sozialpartnermodell die Chance, dass mehr Arbeitnehmer eine Zusatzrente bekommen. Gerade kleine und mittlere Unternehmen schrecken bislang wegen Rückstellungen und Haftungsrisiken vor einer betrieblichen Altersversorgung zurück. Dazu müssten sich Gewerkschaften und Arbeitgeber aber entschlossen auf den Weg machen und in Tarifverhandlungen vereinbaren, branchenweite Pensionsfonds für die neue Betriebsrente zu gründen.

Mehr: Die Gewerkschaften sehen das Sozialpartnermodell kritisch. Trotzdem bahnt sich immerhin ein erster Vertrag an.

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