Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Kommentar Der geplatzte Börsengang von WeWork ist ein heilsamer Schock

Das Start-up WeWork geht doch nicht an die Börse – und das tut den Märkten gut. Es zeigt, dass die gesunde Skepsis bei den Investoren noch nicht völlig verschwunden ist.
Kommentieren
Das Immobilienunternehmen gibt sich als Technologiefirma aus, weil so höhere Bewertungen am Markt winken. Quelle: Reuters
WeWork in Philadelphia

Das Immobilienunternehmen gibt sich als Technologiefirma aus, weil so höhere Bewertungen am Markt winken.

(Foto: Reuters)

Anfang der Woche zog das Management des US-Bürovermieters WeWork endgültig die Reißleine und sagte den geplanten Börsengang ab. Damit ist die milliardenschwere Platzierung nach einer langen Serie von Pleiten, Pech und Pannen endgültig geplatzt. Und das ist gut so. Es mag widersinnig klingen, aber das Scheitern von WeWork ist ein positives Signal für den gesamten Kapitalmarkt.

WeWork ist ein Immobilienunternehmen, das sich als Technologiefirma ausgibt, weil so höhere Bewertungen am Markt winken. Die Firma wächst zwar schnell, aber hinter dem Geschäftsmodell stehen eine ganze Reihe von Fragezeichen. Wäre der Börsengang geglückt, wäre das ein Symptom für jenes Phänomen gewesen, das der ehemalige US-Notenbankchef Alan Greenspan einmal „irrationalen Überschwang“ genannt hat. Auf solche Phasen des Überschwangs folgt meist bittere Ernüchterung in Form eines schmerzhaften Kursrutsches.

Die expansive Geldpolitik der großen Notenbanken treibt die Vermögenspreise an quasi allen Märkten in die Höhe. Auf der verzweifelten Suche nach höheren Renditen gehen Investoren immer höhere Risiken ein. Das Scheitern von WeWork ist deshalb ein ermutigendes Signal, das zeigt, dass die gesunde Skepsis bei den Investoren noch nicht völlig verschwunden ist.

Mehr von dieser Skepsis wäre auch an anderen Märkten bitter nötig. Zum Beispiel bei Hochzinsanleihen, sogenannten Junk Bonds. Obwohl eine empfindliche Abkühlung der Weltkonjunktur droht, läuft der Markt für diese riskanten Papiere dank der wilden Jagd nach Rendite nach wie vor auf Hochtouren.

Noch liegen die Ausfallraten deutlich unter dem historischen Durchschnitt. Aber je länger die Phase der Minizinsen anhält, desto stärker wird der Druck auf die Investoren, noch größere Risiken einzugehen. Ein heilsamer Schock von Zeit zu Zeit, wie ihn WeWork am Aktienmarkt geliefert hat, würde auch hier dafür sorgen, dass der Überschwang nicht allzu irrational wird.

Mehr: Geld allein reicht nicht, um einen Start-up-Börsengang erfolgreich zu machen. Lesen Sie hier den ganzen Kommentar.

Startseite

Mehr zu: Kommentar - Der geplatzte Börsengang von WeWork ist ein heilsamer Schock

0 Kommentare zu "Kommentar: Der geplatzte Börsengang von WeWork ist ein heilsamer Schock"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote