Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Kommentar Der Grüne Knopf ist ein Siegel mit zu vielen Mängeln

Der Grüne Knopf droht in der Bedeutungslosigkeit zu versinken. Er braucht mehr Werbung und strengere Kriterien, um Wirkung zu zeigen.
Kommentieren
Das Siegel soll für bessere Produktionsstandards in der Modeindustrie sorgen. Quelle: dpa
Textilfabrik in Myanmar

Das Siegel soll für bessere Produktionsstandards in der Modeindustrie sorgen.

(Foto: dpa)

Discounter, Luxusmarken und Kaufhauskonzerne – alle sind sich einig, dass Kleidung nachhaltiger werden muss. Das heißt: Sie muss unter faireren Arbeitsbedingungen produziert und umweltfreundlicher hergestellt werden. Das erwarten inzwischen auch viele Verbraucher.

Doch die Bereitschaft der Modebranche, beim neuen Siegel Grüner Knopf mitzumachen, ist gering. Was auch nicht überraschend ist.

Denn viele Unternehmen haben schon reichlich Geld ausgegeben, um sich von den seit vielen Jahren etablierten Siegeln wie GOTS, Oekotex oder Fairtrade zertifizieren zu lassen. Jetzt sollen sie für den Newcomer Grüner Knopf noch einmal in die Tasche greifen.

Außerdem wirbt das neue Siegel zwar damit, dass es sich breit für eine nachhaltige Produktion einsetzt. Doch es hat zwei gravierende Mängel: Es umfasst nicht alle Prozesse in der Lieferkette eines T-Shirts oder einer Jeans. Und es fordert von den Betrieben nur die staatlichen Mindestlöhne, die im jeweiligen Produktionsland gelten. Die reichen aber nicht zum Leben.

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller will die Kriterien zwar in den nächsten Jahren verschärfen. Bis dahin steht das Siegel aber nur dafür, dass ein Unternehmen einiges unternimmt zum Thema Nachhaltigkeit, aber eben noch nicht so viel wie nötig wäre. Das schwächt das Siegel, das mit einem hohen Anspruch im September startete. Deshalb müssen die Prüfkriterien schnell verbessert werden.

Außerdem sind deutsche Alleingänge im internationalen Textilgeschäft schwierig durchzusetzen. Ein Siegel hat nur dann eine Chance, wenn es für europaweit tätige Unternehmen wie C&A oder Zara sinnvoll ist.

Darüber hinaus fehlt dem neuen Siegel ein ausreichendes Werbebudget. Das Geld müssten die teilnehmenden Unternehmen aufbringen. Die zögern aber noch, weil sie abwarten, wie der Grüne Knopf ankommt. Ohne größere Werbung jedoch droht das Siegel in der Bedeutungslosigkeit zu versinken.

Mehr: Das deutsche Modeunternehmen Marc O’Polo wächst wieder profitabel. Den Erfolg verdankt das Unternehmen vor allem dem Chef Dieter Holzer.

Startseite

Mehr zu: Kommentar - Der Grüne Knopf ist ein Siegel mit zu vielen Mängeln

0 Kommentare zu "Kommentar: Der Grüne Knopf ist ein Siegel mit zu vielen Mängeln "

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.