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Kommentar Der harte Lockdown ist auch wichtig für Österreichs Wirtschaft

Österreich steht vor einem zweiten harten Lockdown. Schuld daran sind die sorglosen Österreicher teilweise selbst. Leidtragend ist die Wirtschaft.
14.11.2020 - 21:17 Uhr Kommentieren
Sorglose Österreicher wollen trotz Pandemie nicht auf ihre Schnäppchenjagd im Einkaufszentrum verzichten. Quelle: dpa
Coronavirus - Österreich

Sorglose Österreicher wollen trotz Pandemie nicht auf ihre Schnäppchenjagd im Einkaufszentrum verzichten.

(Foto: dpa)

Wien Die Appelle von Österreichs Einzelhandel an die Regierung waren wirkungslos. Dessen Vertreter hatten in den vergangenen Tagen mit Nachdruck darum gebeten, dem Land keinen zweiten „harten“ Lockdown zuzumuten. Einen solchen werde, so argumentierten sie, die Wirtschaft kaum aushalten.

Aber der Regierung blieb nichts anderes übrig als das Wirtschaftsleben ab dem kommenden Dienstag mehr oder weniger lahmzulegen und die Schulen bis zum 6. Dezember zu schließen. Es gehe jetzt darum, Leben zu retten, sagte Österreichs Gesundheitsminister Rudolf Anschober, als er die neuesten drastischen Maßnahmen ankündigte.

Derzeit wird Österreich von der Coronavirus-Pandemie in einem Ausmaß heimgesucht wie kaum ein anderes europäisches Land. In den vergangenen sieben Tagen belief sich die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen im Durchschnitt auf über 7.000, und das bei einer Bevölkerungszahl von 8,9 Millionen Menschen. Es besteht derzeit ein großes Risiko, dass die Krankenhäuser dem Ansturm der Patienten nicht mehr gewachsen sind oder so viele Pflegekräfte an Covid-19 erkranken, dass die Betreuung der Patienten nicht mehr gewährleistet ist.

Teilweise haben sich die Österreicher den neuerlichen Lockdown selbst zuzuschreiben. Nachdem das Land die erste Welle der Pandemie im Frühjahr verhältnismäßig gut gemeistert hatte, griff eine gewisse Sorglosigkeit um sich. Auch an diesem Samstag herrschte in den Einkaufsstraßen von Wien ein Gedränge, als wäre die Pandemie weit weg. Gewisse Läden lockten die Kundschaft mit Rabatten an, und prompt bildeten sich lange Schlangen.

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    Leider braucht es nun offenbar staatliches Eingreifen, um die Läden vor solch kurzfristigem Handeln abzuhalten. Auf dem Spiel steht nämlich nicht nur die Stabilität des Gesundheitswesens, sondern mittelfristig auch die Verfassung gewisser Branchen.

    Geplant ist ein „harter“ Lockdown von lediglich zweieinhalb Wochen. Das ist wenig Zeit, um die Zahl der Neuinfektionen auf ein erträgliches Niveau zu drücken. Aber die Regierung macht sich offensichtlich große Sorgen um die Wirtschaft. Deshalb braucht es einschneidende Maßnahmen, und die sollen, so die Hoffnung, bitte schnell wirken.

    Vor allem Österreichs Tourismus steht vor dem Kollaps. Rund 7,5 Prozent trägt er zum BIP bei, weit mehr als in vielen Industrieländern. In Wien liegt der Fremdenverkehr schon seit März brach; viele Betriebe befinden sich wirtschaftlich am Abgrund. Ähnliches darf sich in den Winterferienorten im Westen des Landes nicht zutragen. Die Gefahr, dass die Wintersaison weitgehend ausfällt, ist derzeit aber groß. Mit den neuesten, drastischen Maßnahmen kämpft Österreich auch um das Überleben eines bedeutenden Wirtschaftssektors.

    Mehr: Der bisherige sanfte Lockdown hat nicht die erhoffte Wirkung entfaltet. Nun greift die Regierung um Sebastian Kurz zu einschneidenden Maßnahmen.

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