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Kommentar Der Henkel-Chef muss die Produktpalette ohne Tabus bereinigen

Nach dem Renditekönig Rorsted muss sich Van Bylen als Wachstumstreiber erst noch profilieren. Relaunches von Marken werden allein nicht reichen.
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Hans Van Bylen, Vorstandsvorsitzender von Henkel, spricht bei der Bilanzpressekonferenz. Quelle: dpa
Henkel-Bilanzpressekonferenz

Hans Van Bylen, Vorstandsvorsitzender von Henkel, spricht bei der Bilanzpressekonferenz.

(Foto: dpa)

Mancher bei Henkel trauert immer noch Kasper Rorsted nach. Der Däne hat in seiner Zeit als Vorstandschef beim Düsseldorfer Persil-Konzern mächtig aufgeräumt und ihn auf Rendite getrimmt.

Doch ein verklärter Blick auf den charmanten Managerstar Rorsted hilft dem Düsseldorfer Klebstoff-, Wasch- und Körperpflegemittel-Konzern heute nicht weiter.

Zum einen wechselte Rorsted bereits vor drei Jahren an die Spitze von Adidas. Zum anderen erweist sich der alleinige Blick auf die Rendite nicht als hilfreich, um im Konsumgütergeschäft mit Riesen wie Procter & Gamble, Unilever oder L'Oréal zu bestehen. Denn dieses Geschäft lebt von Innovationen und Marketingkampagnen – und die sind teuer und kosten Profit.

Nach dem Renditekönig Rorsted ist sein Nachfolger Hans Van Bylen jetzt als Wachstumskönig gefragt. Der Belgier muss den Konzern, dessen Umsatz im vergangenen Jahr erstmals stagnierte, zurück auf den Wachstumskurs führen.

Van Bylen hat denn auch, als er vor vier Wochen die Gewinnwarnung veröffentlichte, gleich ein ganzes Paket an „Innovations-Offensiven“ und Relaunches vieler Marken angekündigt. Das ist auch notwendig, um die Stagnation zu überwinden.

Aber vor allem muss Henkel in den starken Wachstumsmärkten weiter zulegen. Dort wollte schon Rorsted bis 2016 die Hälfte des Konzernumsatzes erzielen. Doch davon ist Henkel heute immer noch weit entfernt. Zuletzt steuerten diese Regionen wie Osteuropa, Afrika und Lateinamerika erst 40 Prozent zum Gesamtumsatz bei. Da muss Van Bylen auch mit weiteren Akquisitionen nachhelfen.

Bei all seinen Bemühungen, das zum Teil müde Konsumgütergeschäft mit vielen Aktionen aufzumischen, darf es aber keine Tabus geben, das Portfolio zu bereinigen. Denn die kleinste Geschäftssparte Beauty Care ist die Kammer für ein Sammelsurium von Marken. Während Profiprodukte für Frisöre und Haarfärbemittel gut laufen, hat Henkel im Massengeschäft von Schauma und Fa seine Probleme. Warum muss Henkel zum Beispiel mit Theramed als kleiner Spieler gegen Riesen wie Colgate bei Zahnpasta antreten?

Im Vorzeigebereich Klebstoffe sieht es da ganz anders aus. Da ist Henkel Weltmarktführer, weil der Konzern im Industriegeschäft eng mit der Auto- und Elektronikbranche zusammenarbeitet. Doch der Konzern muss seine Position verteidigen. Im vergangenen Jahr hat sich das organische Wachstum bereits verlangsamt.

Van Bylen muss sich also beeilen, sich als Wachstumskönig zu profilieren.

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