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Kommentar Der Infinus-Skandal bringt Kleinsparer in größte Not

Tausende Anleger sollen Zinsen zurückzahlen. Das ist vielleicht rechtens, aber nicht gerecht. Das Anfechtungsrecht braucht hier eine Reform.
02.07.2018 - 19:16 Uhr Kommentieren
5 Ex-Manager der größtenteils insolventen Finanzgruppe müssen sich wegen gewerbsmäßigen Bandenbetrugs im besonders schweren Fall verantworten. Quelle: dpa
Die Dresdner Finanzfirmengruppe Infinus

5 Ex-Manager der größtenteils insolventen Finanzgruppe müssen sich wegen gewerbsmäßigen Bandenbetrugs im besonders schweren Fall verantworten.

(Foto: dpa)

Mehr als 160 Verhandlungstage dauerte der Strafprozess. Gemeinsamen Betrug wirft die Staatsanwaltschaft sechs Managern von Infinus vor. Sie wollten mit dem Handel von Lebensversicherungen das große Rad drehen und setzten dabei mutmaßlich ein gigantisches Schneeballsystem in Gang. Über 50.000 Anleger von Infinus-Papieren verloren mit der Insolvenz des Konzerns insgesamt rund zwei Milliarden Euro.

Nächste Woche soll es ein Urteil geben. Die Zeit wird auch den Gläubigern lang. Heerscharen von Verwalterteams, Wirtschaftsprüfern und Beratern sortieren seit Jahren Megabytes an Daten. Endlich hat ein Teil der Infinus-Anleger erstmals eine Miniquote von sechs Prozent seines Einsatzes zurückbekommen.

Die Gläubiger der Konzerntochter Prosavus dagegen sahen bislang keinen Cent, im Gegenteil – ihnen flatterte böse Post ins Haus: Der Insolvenzverwalter verlangt an sie geflossene Zinsen zurück.

Die Sparer hatten bei Prosavus Genussrechte gezeichnet. Die Zinsen waren an den Gewinn gekoppelt. Neu aufgestellte Bilanzen aber ergaben: Prosavus schrieb Verluste, Zinsen standen den Anlegern nicht zu. Es waren nach Insolvenzrecht „unentgeltliche Leistungen“. Das Geld gehört in die Masse.

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    Klingt gerecht. Kein Gläubiger soll kurz vor eine Pleite noch bevorzugt werden. Der Topf für alle soll größer werden. Das ist das Wesen des sogenannten „Anfechtungsrechts“. Aber hier wird der Zeitfaktor vergessen. Die komplexen Insolvenzverfahren der Infinus-Gruppe werden noch viele Jahre dauern. Unendlich viele Zahlungsströme werden entwirrt. Jede geflossene Summe muss wieder in den richtigen Topf. Vom Ausgang des langwierigen Strafverfahrens hängt zudem ab, ob die Bilanzen wirklich als falsch gelten.

    Anleger sollen also jetzt ihr letztes Hemd geben. Wann sie aber Geld wiedersehen, steht in den Sternen. Das ist am Ende nicht fair und bringt Tausende Kleinsparer in größte Not. Das Anfechtungsrecht braucht hier dringend eine Reform.

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