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Kommentar Der Kooperationszwang beim 5G-Ausbau ist eine große Chance für die Branche

Die Netzbetreiber stehen vor einer ganz neuen Aufgabe. Die Bundesnetzagentur zwingt sie zur Zusammenarbeit – das könnte zukunftsweisend sein.
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Die Mobilfunkanbieter kommen nicht umher, sich zusammenzuraufen. Ein gutes Signal. Quelle: dpa
Netzausbau zu 5G

Die Mobilfunkanbieter kommen nicht umher, sich zusammenzuraufen. Ein gutes Signal.

(Foto: dpa)

Am Schluss ist Jochen Homann an die Schmerzgrenze gegangen. Das sagt der Präsident der Bundesnetzagentur ganz offen, als er die Bedingungen für die Versteigerung der Frequenzen für den Echtzeitmobilfunk 5G im kommenden Jahr beschreibt. Die verschärften Pflichten für den Netzausbau in Deutschland sind nach Einschätzung der Behörde das Maximum, was die Netzbetreiber Telekom, Vodafone und Telefónica stemmen können.

Dafür hat Homann ihnen einen Ausweg aufgezeigt, damit der Netzausbau nicht unbezahlbar wird. Autobahnen, Bundes-, Land- und Staatsstraßen muss nicht jeder Betreiber einzeln versorgen. Es reicht, wenn ein Netz verfügbar ist, das die Anbieter dann teilen können. Die Firmen sollen also kooperieren. Bloß sind sie darin bislang nicht besonders gut.

Derzeit wird in den Chefetagen von Telekom, Vodafone und Telefónica genau diskutiert, wie man mit der neuen Lage umgehen soll. Wer zahlt, wenn nur ein Anbieter ausbauen muss? Sollen sich die anderen an den Ausbaukosten beteiligen oder lieber doch nur später Miete zahlen? Und wie unterscheiden sich die drei Netze, wenn später Kunden Zugriff bekommen sollen? Die Antworten auf diese Fragen werden den deutschen Mobilfunkmarkt auf Jahre prägen.

Die Netzbetreiber stecken in einem Dilemma. Über Jahre haben sie ihr Verhältnis über Konkurrenz definiert und sich regelmäßig mit Klagen überzogen. Jetzt werden sie per Fingerzeig aus der Behörde in Bonn zur Zusammenarbeit verpflichtet.

Es ist gut, wenn sich die Branche mehr Kooperation antrainiert. Sie hat es jetzt selbst in der Hand, einen Weg zur Kooperation zu finden, bei dem gleichzeitig der Wettbewerb gewahrt wird. Die Gespräche unter den drei Betreibern müssen sich auch um ein zweites Kernthema drehen: die Geschäftsmodelle für 5G. Denn noch ist unklar, wie die Unternehmen mit dem Echtzeitmobilfunk Geld verdienen werden.

Die Autobauer haben lautstark gute Netze entlang der Autobahnen gefordert. Die werden sie auch bekommen. Die Netzbetreiber müssen sich überlegen, wie sie sich das Geld für den teuren Ausbau zurückholen. Sie müssen entscheiden, wie viel die Autobauer oder deren Kunden zahlen müssen, wenn Fahrzeuge über Kilometer entlang der Autobahnen ein Premium-Netz anzapfen dürfen.

Der Zwang zur Kooperation ist eine große Chance. Die Branche kann sich zukunftsweisend aufstellen. Jetzt legen die Netzbetreiber fest, wie sie mit 5G Geld verdienen wollen. Und jetzt werden sie zeigen müssen, wie sich die Kosten für den teuren Ausbau fair verteilen lassen.

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