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Kommentar Der Leichtsinn der Banken erinnert an die letzte Finanzkrise

Die Lernfähigkeit der Banken nach der Finanzkrise scheint sich in Grenzen zu halten. Das zeigt der Wettbewerb der Institute um deutsche Geschäftskunden.
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Im Wettbewerb um Kreditvergabe an Geschäftskunden ist den Banken jedes Mittel recht. Quelle: Reuters
Banken

Im Wettbewerb um Kreditvergabe an Geschäftskunden ist den Banken jedes Mittel recht.

(Foto: Reuters)

„Solange die Musik spielt, muss man aufstehen und tanzen“. Das ist einer dieser Sätze aus der großen Finanzkrise, die im Gedächtnis hängen blieben. Gesagt hat ihn der ehemalige Chef der Citigroup, Charles Prince, und was er meinte, war: Solange sich Geld verdienen lässt, sollen die Banken mit ihren Geschäften weitermachen – auch wenn sie vielleicht längst erkannt haben oder zumindest ahnen, dass das nicht mehr lange gut gehen wird.

Wenn es um das Kreditgeschäft mit deutschen Firmen- und Unternehmenskunden geht, dann erweisen sich die Banken nicht nur als gelehrige Tanzschüler von Chuck Prince, sie übertreffen das Vorbild sogar noch. Denn getanzt wird, obwohl die Musik bereits aufgehört hat zu spielen. Die brutale Konkurrenz im Kampf um deutsche Firmenkunden lässt die Margen stark abschmelzen. Geld gibt es also kaum noch zu verdienen.

Aber die Banken verzichten nicht nur auf Profite, sondern auch auf Sicherheit. Immer stärker weichen sie die Kreditbedingungen auf, um Marktanteile zu gewinnen. Die Rechtfertigung für den ruinösen Wettbewerb: „Wenn alle so spielen, dann müssen wir mitmachen.“ Die Banken treibt die Angst um, dass sie Kunden verlieren und dann später, wenn die Zinsen endlich wieder steigen und sich das Geschäft wieder lohnt, in die Röhre schauen.

Deutsche Firmen sind traditionell solide Kunden, die geliehenes Geld in der Regel zurückzahlen. Deshalb ist es eher unwahrscheinlich, dass gerade die Saat für die nächste große Bankenkrise gelegt wird. Aber wenn sich die Konjunktur abkühlt, werden auch in Deutschland die Kreditausfälle steigen. Man muss kein Finanzgenie sein, um vorauszusagen, dass sich einige Geldhäuser mit ihrer aggressiven Strategie im Firmenkundengeschäft gehörig die Finger verbrennen werden.

Manchmal ist es vernünftiger, sich wieder hinzusetzen, auch wenn die Musik auf dem Tanzparkett noch nicht verklungen ist. Ein warnendes Beispiel: Im November 2007 musste Prince den Hut nehmen.

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