Kommentar Der Milliardendeal von Broadcom ist kein Vorbild für die Branche

Der Halbleiterproduzent Broadcom schluckt eine Softwarefirma für 19 Milliarden Dollar. So etwas wird in der Chipbranche die Ausnahme bleiben.
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Konzernchef Hock Tan überrascht mit einer Investition in eine firmenfremde Technologie. Quelle: Reuters
Broadcom

Konzernchef Hock Tan überrascht mit einer Investition in eine firmenfremde Technologie.

(Foto: Reuters)

Hock Tan trauert misslungenen Deals nicht lange nach. Im Frühjahr wollte der Chef des Chipherstellers Broadcom aus Singapur den amerikanischen Rivalen Qualcomm für 117 Milliarden Dollar übernehmen. US-Präsident Donald Trump untersagte die riesige Transaktion mit Verweis auf die nationale Sicherheit.

Jetzt schlägt der Manager wieder zu. Der Preis ist mit knapp 19 Milliarden Dollar lange nicht so spektakulär. Dafür überrascht Hock Tan, weil er CA Technologies schlucken möchte, eine US-Firma, die Software anbietet und überhaupt nichts mit dem angestammten Halbleitergeschäft von Broadcom zu tun hat.

Es ist eine Transaktion, wie sie die Chipindustrie noch nicht gesehen hat. Vermutlich werden die Wettbewerber eine solch gewaltige Übernahme in einer fremden Branche aber auch nie in Betracht ziehen.

Broadcom-Chef Hock Tan geht seit jeher eigene Wege. Kein anderer Konzernherr in der Chipwelt setzt so sehr auf Übernahmen wie der 65-Jährige. Damit hat der Malaysier den sechstgrößten Halbleiteranbieter der Erde geschaffen.

Nach der geplatzten Akquisition von Qualcomm muss ihm klar geworden sein, dass er so nicht weitermachen kann. Doch sein Drang, mit Broadcom durch riesige Zukäufe zu wachsen, scheint ungebrochen. Also schaut er sich in unbekannten Feldern um und wird damit zum Investor, der sein Geld in lukrative Beteiligungen jeglicher Art steckt.

Andere führende Chiphersteller wie Qualcomm oder Intel verstärken sich auch durch Übernahmen. Aber sie tun dies, um ihr Kerngeschäft zu ergänzen. Natürlich gehen auch sie das Risiko ein, dass Regierungen einmal einen Deal verbieten. Trotzdem ist die Strategie vernünftig, denn die Halbleiterbranche besitzt gute Wachstumschancen.

Selbstfahrende und elektrische Autos, das Internet der Dinge und die nächste Mobilfunkgeneration werden für steigende Umsätze sorgen. Es gibt keinen Grund, in eine andere Industrie einzusteigen. Hock Tans Vorstoß ist unnötig.

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