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Kommentar Der Niedergang von Thyssen-Krupp ist unumkehrbar

Die Tage, in denen der Ruhrkonzern zu den Schwergewichten der deutschen Industrielandschaft zählte, sind vorbei. Daran wird auch die Strategie von Vorstandschefin Merz nichts ändern.
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Die Tage, in denen Thyssen-Krupp zu den Schwergewichten der deutschen Industrielandschaft zählte, sind vorbei. Quelle: dpa
Hochofen von Thyssen-Krupp in Duisburg

Die Tage, in denen Thyssen-Krupp zu den Schwergewichten der deutschen Industrielandschaft zählte, sind vorbei.

(Foto: dpa)

Es gab einmal eine Zeit, da wurden die Manager des Thyssen-Krupp-Konzerns ehrfurchtsvoll „Ruhrbarone“ genannt. Sie jetteten im Firmenflieger durch die Welt und luden Staatsoberhäupter zum Jagen in die firmeneigenen Waldgebiete ein. Heute hingegen spart das Unternehmen selbst beim Büromaterial, und hochrangige Politiker besuchen den Konzern allenfalls noch für ein Krisengespräch.

Es zeigt sich sehr deutlich: Die Tage, in denen Thyssen-Krupp zu den Schwergewichten der deutschen Industrielandschaft zählte, sind vorbei.

Daran wird auch die neue Strategie von Vorstandschefin Martina Merz, das Unternehmen auf die Werkstoffgeschäfte zu fokussieren und sich von den Aufzügen, den Komponenten und dem Anlagenbau zu trennen, nichts ändern.
Im Gegenteil dürfte sich der Bedeutungsverlust durch die Verschlankung des Konzerns sogar noch beschleunigen. Denn auch wenn die Erlöse aus dem weitgehenden Verkauf der Technologiegeschäfte klaffende Lücken in der Kapitalbasis des Konzerns schließen: Übrig bleiben zwei Sparten in Branchen, die in einer tiefen strukturellen Krise stecken.

Ob sie im alleinigen Verbund ohne die ertragreiche Aufzugssparte, deren Wert auf bis zu 18 Milliarden Euro geschätzt wird, überhaupt überlebensfähig sind, steht in den Sternen.

Denn Stahlhersteller auf der ganzen Welt leiden an massiven Überkapazitäten. Der Werkstoffhandel wiederum erzielt selbst in guten Jahren nur magere Ergebnisse. Selbst wenn es gelingt, beide Geschäfte unter dem Dach von Thyssen-Krupp zu stabilisieren – organisches Wachstum ist in den kommenden Jahren erst einmal in keinem Fall zu erwarten. Damit heißt es für den Ruhrkonzern am Ende bloß noch: Entweder kaufen – oder aufgekauft werden.

Welche dieser beiden Rollen der Ruhrkonzern einnehmen wird, darüber entscheidet maßgeblich, welche Preise Vorstandschefin Merz für die zum Verkauf stehenden Unternehmensteile erzielen kann – und was mit dem Geld passiert. Kommt es beispielsweise bei einem Verkauf eines Geschäftsbereichs zu hohen Abschreibungen, weil der schlussendliche Verkaufswert unter dem Bilanzwert liegt, fehlt das Geld für Investitionen im Stahlgeschäft.

Doch selbst im günstigsten Fall wird Thyssen-Krupp wegen der ungewissen Zukunft der europäischen Stahlproduktion wohl nie zu alter Stärke zurückfinden. Der Abstieg des Unternehmens aus dem Dax vor wenigen Wochen war insofern nur folgerichtig. Im Rückblick markiert der Ausstieg den Anfang eines neuen Kapitels in der mehr als 200-jährigen Geschichte einer Industrie-Ikone. Es ist das Kapitel des Niedergangs.

Mehr: Thyssen-Krupp steht vor einem der größten Umbrüche seiner Geschichte: Bei der Holding wird drastisch gespart, zwei Sparten werden aufgelöst. Jeder dritte Mitarbeiter ist vom Umbau betroffen.

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  • Der Niedergang von Thyssen-Krupp kann auch als Beitrag zum Klimaschutz gesehen werden.

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