Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Kommentar Der Opec entgleitet die Kontrolle über den Ölmarkt

Das Ölkartell hat dem Preisverfall bei Rohöl wenig entgegenzusetzen. Die Unstimmigkeiten innerhalb der Opec könnten den Preis weiter belasten.
09.09.2020 - 18:19 Uhr Kommentieren
Das Ölkartell kämpft mit dauerhaft niedrigen Preisen. Quelle: Reuters
Opec-Logo

Das Ölkartell kämpft mit dauerhaft niedrigen Preisen.

(Foto: Reuters)

Für einige Wochen sah es so aus, als hätte das Ölkartell Opec zu alter Stärke zurückgefunden. Ein historischer Deal zu Produktionskürzungen im April sorgte dafür, dass sich der Ölpreis von seinem Fall unter die Marke von null Dollar schnell erholte. Der Druck von Saudi-Arabien auf Länder wie den Irak oder Nigeria sorgte zudem dafür, dass sich alle Opec-Mitglieder auch an die ausgehandelten Förderquoten hielten. Doch nun scheint der Opec die Kontrolle wieder zu entgleiten.

Zwar hat der Preis für die europäische Ölsorte Brent am Mittwoch seine fast einwöchige Verlustserie vorerst beendet. Doch mit rund 40 Dollar pro Barrel (rund 159 Liter) liegt der Rohölpreis noch immer deutlich unter der Marke von 45 Dollar, die das schwarze Gold den Sommer über durchschnittlich kostete.

Auch die Volatilität zieht wieder merklich an, wie der Einbruch um sieben Prozent zum Wochenbeginn signalisierte. Der von geringen Schwankungen geprägte Sommer am Ölmarkt droht von einem turbulenten Herbst abgelöst zu werden.

Wachsende geopolitische Risiken

Hauptgrund dürfte die gesunkene Risikoneigung der Investoren sein, die sich parallel auch aus heiß gelaufenen Anlageklassen wie Tech-Aktien zurückziehen. Doch auch die Opec trägt einen Teil zu der erneuten Preisschwäche bei. Sie hat im August ihre Ölförderung leicht angehoben – obwohl die Aussichten für die Ölnachfrage weiterhin trüb blieben und das Risiko einer zweiten Corona-Welle im Herbst in Abwesenheit eines Impfstoffs nicht gebannt ist.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Zwar glaubt an den Märkten niemand an einen zweiten Lockdown. Doch die Auswirkungen von Corona etwa auf den Flugverkehr sind auch so schon einschneidend genug. Daher dürfte auch die Nachfrage nach Treibstoff auf einem niedrigen Niveau bleiben.

    Der chinesische Ölhunger zeigte zuletzt ebenfalls Sättigungserscheinungen, und die geopolitischen Risiken – von den US-Wahlen über den chinesisch-amerikanischen Handelskonflikt bis hin zum Brexit-Poker – sorgen auch nicht gerade für Aufbruchstimmung in der Weltkonjunktur.

    Die Vergangenheit hat jedoch gezeigt: Wenn Einschnitte bei der Ölproduktion nicht die von den Opec-Staaten erhoffte Wirkung erzielen, leidet die Disziplin. Im Krisenmodus könnten Förderländer versuchen, in Umgehung des Opec-Deals mehr zu fördern, um wenigstens ein paar Haushaltslöcher zu stopfen.

    Eine schwache Opec wiederum destabilisiert die Preise weiter. Für die Kartellmitglieder besonders bitter: In diesem Umfeld können sie nicht einmal aus der Krise der US-Schieferölindustrie Kapital schlagen.

    Mehr: Pessimismus ist zurück am Ölmarkt – Brent-Öl fällt erstmals seit Juni unter 40 Dollar

    Startseite
    0 Kommentare zu "Kommentar: Der Opec entgleitet die Kontrolle über den Ölmarkt"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%