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Kommentar Der Personalabbau bei Opel ersetzt noch keine Strategie

Der Autobauer reduziert die Kapazität in Rüsselsheim, viele Stellen fallen weg. Dabei braucht es frische Ideen, um die Restrukturierung abzumildern.
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Der Opel-Chef hat sich bisher vorwiegend als großer Schrumpfer hervorgetan, was fehlt, ist eine Wachstumsperspektive. Quelle: dpa
Michael Lohscheller

Der Opel-Chef hat sich bisher vorwiegend als großer Schrumpfer hervorgetan, was fehlt, ist eine Wachstumsperspektive.

(Foto: dpa)

Gute Nachrichten gehen bei Opel offenbar stets mit schlechten einher. Dass im Stammwerk in Rüsselsheim neben dem Flaggschiff Insignia ab Ende 2021 wieder der Kompaktwagen Astra gebaut werden soll, ist positiv. Die im Gegenzug avisierte Reduktion der technischen Produktionskapazität in Hessen um ein Drittel von 60 auf 40 Wagen pro Stunde, zeugt freilich von dem geringeren Einfallsreichtum des Managements.

Seitdem der französische Fahrzeughersteller PSA die Marke mit dem Blitz im Sommer 2017 übernommen hat, wurde bei Opel der Abbau von 5700 Beschäftigten allein in Deutschland beschlossen, an ausländischen Standorten wie dem britischen Ellesmere Port oder Wien fallen Hunderte weitere Stellen weg. Oft ist das unausweichlich. Opel hat zwei Jahrzehnte lang unentwegt Verluste geschrieben, eine harte Sanierung ist geboten.

Werke zu verkleinern und Mitarbeiter abzufinden, auszulagern oder in den Vorruhestand zu schicken, das ist allerdings noch keine Strategie. Der baumlange Opel-Chef Michael Lohscheller hat sich bisher vorwiegend als großer Schrumpfer hervorgetan, was fehlt, ist eine Wachstumsperspektive. 2018 brach der Pkw-Absatz abermals um sechs Prozent ein. Trotz hoher Eigenzulassungen gelingt es Opel bis dato nicht, die Verkäufe anzukurbeln.

Das von Lohscheller ausgerufene Wachstumssegment der leichten Nutzfahrzeuge darbt vor sich hin. Der Marathon-Fan muss gegensteuern. Mehr Verkäufe würden Lohscheller helfen, die Lasten der Restrukturierung abzumildern. Ein erster guter Ansatz ist der Wiedereintritt in den russischen Markt. Aber es braucht mehr Ideen, pfiffigere obendrein.

Zumal sich die Situation in Rüsselsheim zuspitzt. Bis zum Start des neuen Astra vergehen noch eineinhalb Jahre. Wie will Lohscheller bis dahin mit der Unterauslastung im Werk umgehen? Es drohen Kurzarbeit, Einschichtbetrieb und womöglich ein Abfindungsprogramm. Etwas mehr Kreativität wäre angebracht.

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