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Kommentar Der Pharma-Deal von Pfizer offenbart die Schwächen des Konzerns

Die Abspaltung der patentfreien Arzneien ist für den US-Konzern sinnvoll. Die Investoren reagieren dennoch zu Recht mit einer gewissen Skepsis.
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Aus der Fusion der Sparte für patentfreie Arzneimittel entsteht ein neues, eigenständiges Pharmaunternehmen mit etwa 20 Milliarden Dollar Umsatz. Quelle: AFP
Pfizer

Aus der Fusion der Sparte für patentfreie Arzneimittel entsteht ein neues, eigenständiges Pharmaunternehmen mit etwa 20 Milliarden Dollar Umsatz.

(Foto: AFP)

Der amerikanische Pharmariese Pfizer gehörte in den vergangenen Jahren nicht unbedingt zu den erfolgreichsten Vertretern der Branche. Aber der US-Konzern ist nach wie vor ein guter Indikator für den Strukturwandel im Pharmasektor, und er ist weiterhin bereit, mit radikalen Schritten auf diese Veränderungen zu reagieren.

Das zeigt er nun einmal mehr mit dem jüngsten Manöver, dem geplanten Zusammenschluss seiner Sparte für patentfreie Medikamente mit dem Generikahersteller Mylan. Aus der Fusion entsteht ein neues, eigenständiges Pharmaunternehmen mit etwa 20 Milliarden Dollar Umsatz und damit ein neuer Akteur im oberen Mittelfeld der Branche.

Für den US-Konzern und derzeit noch weltweit größten Arzneimittelhersteller bietet die Transaktion eine elegante Möglichkeit, die wachstumsschwachen Teile seines Geschäfts loszuwerden. Die Sparte Upjohn, die künftig Teil des neuen Pharmakonzerns mit Mylan sein wird, lieferte im ersten Halbjahr zwar noch knapp ein Viertel des Pfizer-Umsatzes, schrumpfte aber währungsbereinigt um drei Prozent.

Durch die Fusion mit Mylan etabliert Pfizer nun eine Art Bad Bank für patentfreie Pharmaprodukte. Sie werden künftig die Performance des verbleibenden und stärker innovationsgetriebenen Kerngeschäfts nicht mehr verwässern.

Dessen ungeachtet reagieren Investoren zu Recht mit einer gewissen Skepsis auf den Deal. Denn er bestätigt letztlich, wie zwiespältig die Performance im Pharmasektor ist. Den erfolgreichen und umsatztreibenden Innovationen steht nach wie vor ein riesiges Geschäft mit Altprodukten gegenüber, das in den letzten Jahren massiv unter Preisdruck geraten ist. Das gilt auch für die Big-Pharma-Konzerne.

Wie stark das Gefälle ist, zeigen nicht zuletzt die Bewertungen. Gemessen an den Konditionen der geplanten Fusion, repräsentieren die Altprodukte von Pfizer, darunter immerhin so prominente Vertreter wie das Potenzmittel Viagra und der Cholesterinsenker Lipitor, aktuell weniger als ein Zehntel der Marktkapitalisierung des US-Konzerns.

Der Deal legt insofern offen, dass die wirklich wachstumsträchtigen Teile des Pharmageschäfts letztlich kleiner sind, als es auf den ersten Blick aussehen mag. Pfizer wird mit der nun vereinbarten Ausgliederung auf eine Größe schrumpfen, die man auch 2003 schon einmal fast erreicht hatte – also vor milliardenschweren Übernahmen von Firmen wie Pharmacia, Wyeth, Hospira und diversen weiteren, kleineren Zukäufen.

Um wieder zu einem Wachstumsunternehmen zu werden, muss sich der Konzern von der Philosophie der Größe wieder weitgehend verabschieden.

Mehr: Die US-Pharmakonzerne Pfizer und Mylan planen eine gemeinsame Generika-Firma. An der Börse sorgte die Nachricht bei Mylan für einen Kurssprung.

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