Kommentar Der Präsident tritt ab, es lebe der Präsident

Christian Wulff macht mit seinem überfälligen Rücktritt den Weg frei für einen Nachfolger. Der braucht alles - aber kein Parteibuch.
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Oliver Stock ist Chefredakteur von Handelsblatt Online. Quelle: Pablo Castagnola

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(Foto: Pablo Castagnola)

Christian Wulff ist Geschichte. Drei Minuten haben ausgereicht, um ein unwürdiges Schauspiel zu beenden, das schon viel zu lange gedauert hat. Seine Begründung, nicht mehr vom Vertrauen der Bürger getragen zu sein, ist richtig. Seine Analyse, deswegen keine Wirkungsmöglichkeit mehr zu erzielen, war überfällig. Wulff, der mit seiner Arbeit Deutschland dienen wollte, hat jetzt mit seinem Rücktritt dem Land den besten Dienst erwiesen.

Und nun? Die Staatskrise findet jedenfalls nicht statt. Es ist nicht die Regierung, die kippt, sondern es ist der Repräsentant dieses Landes. Er ist austauschbarer, zumal Christian Wulff es in den vergangen zwei Jahren nicht geschafft hat, diesem Amt seinen Stempel aufzudrücken.

Nun dürfen wir Ansprüche an einen Nachfolger formulieren. Sie sind zunächst geprägt von dem, was wir alles nicht mehr sehen möchten. Wichtigster Wunsch: Wir brauchen eine Person, die nicht angreifbar ist, weil sie mit Halbwahrheiten operiert. Wir brauchen einen Menschen an der Staatsspitze, der als Vorbild taugt und nicht als abschreckendes Beispiel dafür, wie jene wünschenswert engen Beziehungen zwischen Beziehung und Politik umschlagen in Vorteilsnahme im Amt.

Doch wir brauchen mehr. Deutschland ist das zunehmend umstrittene Machtzentrum in Europa. Unsere Nachbarn schauen mit wachsendem Misstrauen auf dieses Land, das als Anker der Stabilität in der Eurokrise so sehr an Einfluss gewonnen hat, das antideutsche Stimmungen an der Tagesordnung sind. Gleichzeitig wächst innerhalb unsere Landes dass Misstrauen gegen das europäische Projekt, das mehr sichtbare Belastungen produziert, als dass es für Erleichterungen sorgt. Hier ist eine überzeugende Stimme gefragt, die nach innen und außen deutlich macht, warum Deutschland an Europa festhält, es sich auch etwas kosten lässt, ohne jedoch eine dominante Macht in Europa sein zu wollen.

Der Kandidat braucht also Integrationskraft, die nicht durch Parteigrenzen eingeschränkt ist. Die Kanzlerin hat zugesagt, nach einer solchen Person zu suchen. Sie weiß, dass genau das ihr am Ende sogar politisch mehr nutzen kann als der nächste Parteigänger im Amt des Präsidenten. Denn auch Merkel beginnt, an die Zeit nach der nächsten Bundestagswahl zu denken. Aus heutiger Sicht ist eine Neuauflage einer großen Koalition eine denkbare Lösung. Ein Bundespräsident, der durch so eine große Koalition in der Bundesversammlung schon einmal gewählt wurde, könnte die politische Botschaft vermitteln, wohin die Reise nach 2013 geht.

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  • Gauck for President! Er ist keiner von den Berufspoliti-kern, die einer für den anderen soviel Verständnis haben, weil sie alle gern Dinge drehen, die, wenn sie ans Licht kommen, peinlich sind. Auf die Stimmen der Linken, dieser Nachfolger der DDR-Gangster, kann er getrost verzichten.

  • In Osnabrück gibt es z.B. immer noch, bzw. wieder, Teile von Karmann. Nach der Totalpleite nicht selbstverständlich, fragen Sie mal in Michigan nach.

    Das war nicht zuletzt auch dadurch möglich, dass VW einen Teilbereich übernommen hat. Wäre es nach der EU-Kommission, Herrn Wiedeking oder einigen VW-Aktionären gegangen, dann gäbe es VW jetzt als eigenständigen Konzern nicht mehr - und mit ziemlicher Sicherheit auch nicht das VW-Karmann-Werk.
    Das hat Wulff natürlich nicht alleine gemacht, aber er hatte seinen Anteil.

  • Man hätte auch die Überschrift wählen können:

    "Präsident, bis die Staatanwaltschaft vor der Tür stand!"


    Die Staatanwaltschaft ließ verlauten, daß sie gleich morgen die Ermittlungen aufnehmen werden.

    Zudem hat sich die Bafin gemeldet, um das Übernahmespiel VW/Porsche bzgl. Wulffs Involvierung zu untersuchen.

    Seine Abtrittsrede war genauso wenig einsichtig und selbstkritisch wie seinerzeit bei Guttenberg.

    Und der gleiche "Abgesang" von Frau Merkel in der Sache.

  • Weder Guttenberg noch Wulff zeigen Einsicht in die für ihren Rücktritt maßgeblichen eigenen Verfehlungen. Es fällt mittlerweile schwer zu glauben, daß es hierzulande auch nur eine/n Berufspolitiker/in mit hinreichend gefestigtem Charakter gibt. Charakter - das heißt u.a. Aufrichtigkeit, Verantwortungsgefühl und Führungsstärke.

  • Zustimmung!

    "Wenige Menschen denken, und doch wollen alle entscheiden."

    Friedrich II, der Große, König von Preußen

  • 95% aller Journalisten bei uns sind links

  • Ach Du Schreck

  • Es reichen die Weiber die jetzt schon täglich Schaden anrichten in der Politik
    Diese ganzen Weiber, wir sehen es ja auch an Merkel, haben doch nur Unheil gebracht.
    Drei Weiber auf einem Haufen sind doch schon eine mittlere Katastrophe.
    Und das sage ich ganz bewußt obwohl ich eine Frau bin.
    Wenn diese Weiber da in Berlin noch gut wären, aber sie sind nur ideologisch und fanatisch
    Aber vielleicht wird es ja eine Parteigängerin der Grünen oder SPD mit türkischen Hintergrund wie es politisch korrekt heißt
    Wulf hat mit dem Islam der zu Deutschland gehört, begonnen.
    und dann wird es eben eine Muslima damit wir wissen, wo es lang geht.
    Zutrauen tue ich mittlerweile unseren Politiker alles und zwar alles was Deutschland schadet

  • So jetzt es endlich soweit, dass die anderen Politiker auch die Hosen herunterlassen sollten, denn die sind vom Verhalten ähnlich wie ein Hr.Wulff, wenn es um Vergünstigungen geht.

  • So denke ich mittlerweil auch oft
    Dieses Rumeiern derzeit ist schädlicher als ein kurzer schnelelr Knall

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