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Kommentar Der radikale Bruch gibt Tengelmann die Chance auf den Neustart

Das Familienunternehmen löst seine Holding auf und verlässt das traditionsreiche Firmengelände. Dieser Schritt ist logisch – und unternehmerisch richtig.
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Der Verkauf der Supermarktkette Kaiser’s Tengelmann machte deutlich, dass Tengelmann kein operatives Unternehmen mehr ist, sondern eine Beteiligungsholding. Quelle: dpa
Tengelmann-Zentrale in Mülheim an der Ruhr

Der Verkauf der Supermarktkette Kaiser’s Tengelmann machte deutlich, dass Tengelmann kein operatives Unternehmen mehr ist, sondern eine Beteiligungsholding.

(Foto: dpa)

Es ist ein radikaler Bruch mit der Vergangenheit: Das Familienunternehmen Tengelmann löst nach mehr als 150 Jahren seine Holding auf und verlässt sogar das traditionsreiche Firmengelände in Mülheim an der Ruhr. Selbst ein Umzug in eine andere Stadt mit der neuen, deutlich verkleinerten Holding ist nicht mehr tabu – sollte sich keine geeignete Immobilie in Mülheim finden lassen.

Doch dieser Schritt ist logisch – und unternehmerisch richtig. „Der Neustart muss dokumentiert werden“, formuliert es Firmenchef Christian Haub. Das ist wohl das, was am ehesten überrascht: die Klarheit und das Tempo, mit denen er jetzt den Wandel vollzieht.

Denn im Grunde liefen alle Veränderungen der vergangenen Jahre auch unter der Leitung seines Bruders bereits auf eine solche Lösung hinaus. Nicht zuletzt der Verkauf der Supermarktkette Kaiser’s Tengelmann machte deutlich, dass Tengelmann kein operatives Unternehmen mehr ist, sondern eine Beteiligungsholding. Damit ist aber auch eine Zentrale mit rund 250 Mitarbeitern nicht mehr zeitgemäß.

Zwei Schicksalsschläge haben die Entwicklung, die im Grunde überfällig war, beschleunigt. Der erste war der Tod des Vaters, der das Unternehmen aufgebaut hatte. Wohl auch aus Respekt vor seiner großen Lebensleistung haben die Söhne gezögert, den radikalen Schnitt zu machen.

Der zweite war, dass Firmenchef Karl-Erivan Haub von einer Skitour nicht zurückkehrte und bis heute verschollen ist. Sein Bruder musste von einem Tag auf den anderen übernehmen – und hatte so geradezu die Verpflichtung, alles noch einmal neu zu denken.

Geholfen hat ihm dabei sicher die Tatsache, dass er 30 Jahre in den USA gelebt hat und so den Blick von außen hat. Doch der Bruch mit der Vergangenheit ist trotzdem nur der erste Schritt. Jetzt muss Christian Haub mit klugen strategischen Entscheidungen zeigen, dass er nicht nur Portfoliomanager, sondern Unternehmer ist. Und dass er es schafft, dem Traditionsnamen Tengelmann eine Zukunft zu geben.

Mehr: Tengelmann-Chef Christian Haub hat mit seinen Holding-Mitarbeitern Klartext gesprochen. Ende des Jahres verlieren fast alle ihren Job.

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