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Kommentar Der Rücktritt von Scott Gottlieb ist ein riesiger Verlust für die USA

Die US-Pharmaaufsicht FDA verliert ihren bisher vielleicht kompetentesten Chef. Eine gute Nachricht für Lobbyisten – eine schlechte für Amerika.
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Der frühere Chef der Pharmaaufsicht FDA hat sich ein hohes Ansehen erarbeitet. Quelle: Reuters
Scott Gottlieb

Der frühere Chef der Pharmaaufsicht FDA hat sich ein hohes Ansehen erarbeitet.

(Foto: Reuters)

Der Rücktritt von Scott Gottlieb als Chef der mächtigen amerikanischen Arzneibehörde FDA ist ein großer Verlust für die USA. Als er 2017 ernannt wurde, hatten viele befürchtet, der Mediziner und Wagniskapitalgeber bringe nicht die nötige Distanz zur Pharmabranche mit. Doch stattdessen hat er sich als einer der kompetentesten und effizientesten Chefs in der Geschichte der FDA erwiesen.

Gottlieb hat sich gegen starke Interessengruppen durchgesetzt. Er hat die Zulassung von Generika beschleunigt, um die extrem hohen Ausgaben für Pharmazeutika zu senken. Er stellte außerdem die Unternehmen öffentlich an den Pranger, die mit allen möglichen regulatorischen Tricks versuchten, Generika-Zulassungen zu verhindern, um so die Preise hochzuhalten.

Gleichzeitig ermutigte er die Anbieter, innovativer zu werden, und half neuen Technologien bei der Zulassung. Es ist daher kein Wunder, dass die Aktienkurse der Biotech-Unternehmen einbrachen, als Gottliebs Rücktritt bekannt wurde, während sich die klassischen Pharmawerte kaum bewegten. In der Bekämpfung der Opioid-Epidemie hat er sogar einzelne Medikamente vom Markt genommen, die zur Sucht führen oder direkt als Droge missbraucht wurden. Damit hat er seinen Worten Taten folgen lassen, wo von der Trump-Regierung bisher nur Rhetorik kommt.

Beim Gebrauch von Zigaretten und E-Zigaretten senkte er die zulässigen Nikotin-Werte, um vor allem die Sucht unter Jugendlichen zu bekämpfen. Angesichts der sinkenden Impfbereitschaft bemühte sich der Arzt um Aufklärung. Nun tritt Gottlieb aus familiären Gründen zurück. Diese Entscheidung muss man respektieren. Für das Land und auch für die Pharmafirmen, die einen Weckruf brauchten, ist es ein Riesenverlust.

Gottlieb galt als gelungene Besetzung eines Behörden-Spitzenpostens durch Präsident Donald Trump. Dem steht nun die schwierige Suche nach einem Nachfolger bevor, der an der guten Neuausrichtung der FDA anknüpfen muss.

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