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Kommentar Der Schein bei neuen Firmenbonds trügt

Solide Unternehmen kommen über neue Anleihen an viel Geld. Die Rekordemissionen und die gute Nachfrage sind aber noch kein Grund zur Entwarnung.
07.04.2020 - 15:39 Uhr Kommentieren
Der Konzern wird seine Anleihen derzeit leicht los. Quelle: dpa
Windkanal der Daimler Truck AG

Der Konzern wird seine Anleihen derzeit leicht los.

(Foto: dpa)

Es wirkt auf den ersten Blick wie ein Widerspruch. Die Kurse von Aktien und Unternehmensanleihen sind eingebrochen, Investoren trauen der aktuellen Erholung nicht. Und die Bundesregierung sorgt sich angesichts der Folgen der Coronakrise so sehr um die Liquidität von Unternehmen, dass der Bund die Rückzahlung von bestimmten Unternehmensanleihen garantieren will.

Gleichzeitig haben Unternehmen aber überhaupt kein Problem damit, an frisches Geld von Anleiheinvestoren zu kommen. Im Gegenteil: Im März gab es neue auf Euro lautende Unternehmensanleihen im Rekordvolumen von über 48 Milliarden Euro – und der April hat schon jetzt gute Chancen, diese Marke zu überbieten.

Ist die Hilfe des Bundes also gar nicht nötig, und sendet der Markt für neue Anleihen positive Signale auch für andere Finanzmärkte? Die Antwort ist leider: nein.

Nur Bluechips bekommen Geld

Zum einen sind es nur die Bluechips – große börsennotierte Konzerne mit ordentlicher Bonität –, die Geld von den Investoren bekommen. Dazu gehören aus Deutschland die Autokonzerne Daimler, VW und BMW, der Wohnimmobilienkonzern Vonovia oder der Gesundheitskonzern Fresenius. Für ihre neuen Anleihen bieten sie zum Teil aber viermal so hohe Risikoprämien wie noch vor wenigen Monaten, als sie mit Minizinsen davonkamen.

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    Die Konzerne haben zudem viele Anleihen ausstehen. Da die Zinspapiere eine feste Laufzeit haben, müssen Investoren stets Ersatz für auslaufende Papiere finden – auch das ist ein Grund für die Nachfrage. Dazu kommt, dass die Europäische Zentralbank (EZB) mit ihren Käufen die Nachfrage verstärkt.

    Die Motive der Investoren, bei neuen Anleihen zuzugreifen, sind damit zum Teil rein technisch bedingt. Deshalb kommt es auch in normalen Zeiten nur selten vor, dass Unternehmen nicht genug Investoren für neue Bonds finden. Für den Moment heißt das: Mehr als ein Fünkchen Hoffnung lässt sich aus dem boomenden Primärmarkt für Firmenbonds nicht ableiten.

    Mehr: Unternehmen mit guter Bonität saugen sich mit Liquidität voll

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