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Kommentar Der Siegeszug des Wasserstoffs wird sich fortsetzen – vorerst

Viel spricht dafür, dass die Produktion von grünem Wasserstoff in den kommenden Jahren vor einer enormen Kostendegression steht. Doch es wäre fahrlässig, die Probleme dabei zu ignorieren.
12.02.2021 - 07:02 Uhr Kommentieren
Ob Australien, Chile, Saudi-Arabien oder die Ukraine tatsächlich einmal in großem Maßstab Wasserstoff nach Europa liefern, steht in den Sternen. Quelle: Reuters
Zeichen der Energiewende: Windräder vor der britischen Küste

Ob Australien, Chile, Saudi-Arabien oder die Ukraine tatsächlich einmal in großem Maßstab Wasserstoff nach Europa liefern, steht in den Sternen.

(Foto: Reuters)

Wer die Ankündigung einer Gruppe europäischer Unternehmen liest, die sich unter dem Namen „HyDeal“ zusammengeschlossen haben, muss staunen: Sie wollen 2030 in Südeuropa hergestellten grünen Wasserstoff zum Preis von 1,50 Euro je Kilogramm bis zum Abnehmer in Deutschland bringen, Transportkosten inklusive. Damit wäre grüner Wasserstoff konkurrenzfähig mit konventionell hergestelltem Wasserstoff.

Geht damit ein Traum in Erfüllung? Grüner Wasserstoff gilt als Universalproblemlöser auf dem Weg zur Klimaneutralität. Er soll in der Industrie, in bestimmten Bereichen des Verkehrssektors und vielleicht auch noch im Wärmesektor das bewirken, was sich mittels Strom aus erneuerbaren Quellen nicht erreichen lässt.

Doch wie realistisch ist die Ankündigung? Spontan ist man geneigt, sie als PR-Gag abzutun. Tatsächlich aber hält sie auch einer kritischen Betrachtung stand.

Die Initiatoren wollen die Wasserstoff-Elektrolyse mit Photovoltaik-Strom betreiben, den sie auf der Iberischen Halbinsel in großem Maßstab produzieren. Die Stromkosten sind der mit deutlichem Abstand größte Kostenfaktor bei der Produktion von grünem Wasserstoff. Billiger Strom ist also die Grundvoraussetzung für billigen Wasserstoff. Die Stromgestehungskosten aus Photovoltaikanlagen in Spanien sind denkbar niedrig und werden in den kommenden Jahren noch weiter fallen.

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    Gleichzeitig stellen die Hersteller von Elektrolyseuren deutliche Kostendegressionen in Aussicht.

    Hinzu kommt, dass die Initiatoren der HyDeal-Idee für den Transport des Wasserstoffs zum Teil auf die vorhandene Gasnetzinfrastruktur zurückgreifen wollen. Ein kostengünstigerer Wasserstofftransport ist kaum denkbar. Die Ausgangsvoraussetzungen sind also günstig.

    Keine unendlichen Flächenpotenziale

    Ein Blick zurück bekräftigt, dass Kostendegression keine Hexerei ist. Noch vor zehn Jahren galt die Offshore-Windkraft als teures Technik-Spielzeug. Heute werden Offshore-Windparks geplant und gebaut, die ohne staatliche Unterstützung auskommen.

    Ähnlich könnten sich die Dinge bei der Wasserstoff-Elektrolyse entwickeln. Doch es wäre fahrlässig, die Probleme zu ignorieren. Zunächst eine ganz praktische Hürde: Woher sollen in Spanien die großen Mengen Wasser kommen, die für die Elektrolyse benötigt werden?

    Viel wichtiger aber: Auch bei noch so niedrigen Produktionskosten bleibt das Mengenproblem relevant. Der Ausbau erneuerbarer Energien zur Stromerzeugung, der eine unabdingbare Voraussetzung für die Produktion von grünem Wasserstoff ist, stößt an Grenzen. Es gibt keine unendlichen Flächenpotenziale.

    Auch bei niedrigen Herstellungskosten lässt sich die Wasserstoffproduktion in Europa nicht beliebig ausweiten. Ob Australien, Chile, Saudi-Arabien oder die Ukraine tatsächlich einmal in großem Maßstab Wasserstoff nach Europa liefern, steht in den Sternen. Wer glaubt, grüner Wasserstoff ebne sicher und selbstverständlich den Weg zur Klimaneutralität, ist vor Enttäuschungen nicht gefeit.

    Mehr: Mega-Projekt soll grünen Wasserstoff von Spanien nach Deutschland bringen.

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