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Kommentar Der SPD-Doppelspitze fehlen noch die Bewerber

Die SPD wird in den kommenden Wochen mal wieder um sich selbst kreisen. Die Bürger interessiert das nicht, sie wollen nur gut regiert werden.
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Die einstige Volkspartei liegt bei aktuellen Umfragen bei 14 Prozent. Quelle: imago images / photothek
SPD

Die einstige Volkspartei liegt bei aktuellen Umfragen bei 14 Prozent.

(Foto: imago images / photothek)

Die SPD startet den letzten Versuch, als Volkspartei zu bestehen. Nun sollen es eine Doppelspitze und eine Mitgliederbefragung richten. Beide Maßnahmen werden von den Parteivorderen in schönsten Farben gemalt. Da ist viel Wunschdenken dabei. Doppelspitzen haben sich selten bewährt. Wie schwierig das sein kann, ist bei der CDU zu beobachten.

Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer und Kanzlerin Angela Merkel müssen noch einen vernünftigen Arbeitsmodus finden, bei dem beide gewinnen. Der Verweis der SPD auf die gut funktionierende Grünen-Doppelspitze ist auch trügerisch. Mit Annalena Baerbock und Robert Habeck haben die Grünen zwar ein Traumpaar gefunden, die Streitigkeiten der früheren Duos sind jedoch nicht vergessen.

Für die Mitgliederbefragung gibt es keine Alternative. Sie ist auch ein machttaktisches Instrument. Die Altvorderen hoffen, damit den polarisierenden Juso-Chef Kevin Kühnert auszubremsen. An der Basis scheint er lange nicht so beliebt zu sein wie in der mittleren Funktionärsebene. Die Vernunft der Basis siegte schon bei der Abstimmung über die Fortsetzung der Großen Koalition. Dort war Kühnert ein wortgewaltiger Gegner von Schwarz-Rot und verlor deutlich.

Der SPD-Doppelspitze fehlen jetzt nur noch die Bewerber. Das Kanzleramt trauen sich einige nach wie vor zu, etwa Bundesfinanzminister Olaf Scholz. SPD-Vorsitzender will er allerdings wie so viele andere Spitzengenossen nicht werden. Ihm ist es offensichtlich zu anstrengend. Dabei ist der SPD-Vorsitz laut Franz Müntefering das schönste Amt neben dem Papst.

Die SPD widmet sich damit in den nächsten Monaten der Selbstbeschäftigung. Bis zum Parteitag im Dezember wird sich nichts tun. Die Partei kreist um sich selbst. Man traut den SPD-Ministern zu, dass sie den Regierungsladen ruhig halten, aber das bringt keinen einzigen Wähler zurück. Die interessieren sich nämlich überhaupt nicht dafür, wie sich die SPD neu aufstellt. Sie wollen nur gut regiert werden.

Mehr: Die SPD will ihre Mitglieder befragen und wird wohl eine neue Doppelspitze installieren.

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