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Kommentar Der Staat muss bei Produktfälschern härter durchgreifen

Produktpiraterie gilt immer noch als Kavaliersdelikt – bei Herstellern und Händlern wie Verbrauchern. Doch Fälschungen schaden letztlich allen.
06.06.2019 - 11:15 Uhr Kommentieren
Etliche Fälschungen sind zudem minderwertig und gefährden unsere Gesundheit. Quelle: dpa
Gefälschte Nike-Schuhe

Etliche Fälschungen sind zudem minderwertig und gefährden unsere Gesundheit.

(Foto: dpa)

Hand aufs Herz: Wer ist im Urlaub im Süden nicht schon schwach geworden und hat auf einem Basar ein supergünstiges Fußballtrikot vom Lieblingsteam des Filius erstanden? Oder eine Designer-Handtasche, die man sich sonst nie leisten würde?

Klar, jeder weiß, es handelt sich um dreiste Fälschungen. Aber das schlechte Gewissen wird schnell vom unschlagbaren Preis verdrängt. Fast jeder dritte EU-Bürger hält es für gerechtfertigt, Markenfälschungen zu kaufen, wenn der Preis des Originals zu hoch erscheint.

Bei den unter 25-Jährigen ist es sogar fast jeder zweite. Im Schnitt kauft jeder Deutsche für 87 Euro Fälschungen im Jahr. Oft ganz bewusst, vielfach unwissentlich. Denn Fälschungen werden immer perfekter.

Produktpiraterie gilt immer noch als Kavaliersdelikt – bei Herstellern, Händlern wie Verbrauchern. Dabei schaden wir mit dem Kauf von Fälschungen letztlich uns allen: Originalhersteller werden um Milliardeneinnahmen gebracht, was Hunderttausende Arbeitsplätze allein in der EU kostet.

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    Der Staat büßt viele Milliarden an Steuern und Sozialabgaben ein, die für Schulen oder Straßen fehlen. Etliche Fälschungen sind zudem minderwertig und gefährden unsere Gesundheit – von fehlerhaften Autoersatzteilen bis Kosmetika.

    Um der internationalen Fälschermafia Einhalt zu gebieten, wurde bisher viel zu wenig getan. Die Behörden konzentrieren sich auf die Jagd von Terroristen und Drogendealern. Das Geschäft mit Fälschungen ist deutlich lukrativer als der Drogenhandel. Werden Fälscher gefasst, liegen deren Strafen jedoch deutlich unter denen von Drogenbossen. Das muss sich ändern.

    Aus China stammen die meisten Fälschungen, dort greifen die Behörden inzwischen härter durch, da auch immer mehr chinesische Marken kopiert werden. Interpol, Zoll und lokale Behörden müssen noch enger mit Markenherstellern zusammenarbeiten. Nur so sind die Werkstätten der Fälscher dauerhaft auszuheben. Viele von ihnen arbeiten unbehelligt in den rund 3500 Freihandelszonen, hier muss schärfer kontrolliert werden.

    Daneben müssen Internetmarktplätze von Amazon bis Alibaba endlich mehr unternehmen, um kriminelle Anbieter von Fälschungen von ihren Plattformen zu verbannen. Amazon hat das hehre Ziel, mit dem neuen „Project Zero“ die Zahl der Fälschungen auf null zu bringen. Das Löschen von Fake Shops und kriminellen Anbietern auf Onlinemarktplätzen ist rechtlich viel zu umständlich. Hier sollte der Gesetzgeber endlich handeln.

    Und letztlich hängt es an uns Verbrauchern selbst, ob Fälschungen Abnehmer finden. Ist der Preis allzu verlockend, sollten wir Abstand nehmen. Es könnte unser Job sein, der zu Produktpiraten abwandert. Denken Sie im nächsten Urlaub oder beim Onlineshopping daran.

    Mehr: Durch gefälschte Produkte entgehen Firmen und Staaten Milliardenumsätze, Millionen Jobs werden vernichtet. Das Geschäft ist lukrativer als Drogenhandel, zeigt ein neuer Bericht.

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