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Kommentar Der Staat muss bei Rettungsgeldern genau hinschauen

Viele Reisekonzerne fordern in der Corona-Krise die Unterstützung vom Staat. Der sollte seine Gelder aber nicht wahllos in der Branche verteilen.
15.03.2020 - 15:06 Uhr Kommentieren
Die Auswirkungen von Covid-19 übersteigen all das bislang Vorstellbare. Quelle: AFP
Reiseflugzeuge

Die Auswirkungen von Covid-19 übersteigen all das bislang Vorstellbare.

(Foto: AFP)

Nein, mit einer solchen Krise wie im Fall Corona konnte niemand rechnen. Auch nicht der deutsche Reisesektor, der seit 9/11, Sars und islamistischem Terror wie kaum eine andere Branche mit Erschütterungen umzugehen gelernt hat.

Die Auswirkungen von Covid-19 übersteigen all das bislang Vorstellbare. Das faktische Betätigungsverbot für die weltweite Touristik ist für die Pauschalanbieter eine Bedrohung, die es als Beispiel in noch keinem Geschichtsbuch gab.

Dass es nun mit voller Härte den vormaligen Reiseweltmeister Deutschland trifft, der in Europa mit Tui, DER Touristik, FTI und Alltours gleich die vier größten Anbieter stellt, verwundert dabei kaum.

Also ein industrieller Leuchtturm, den es durch die Bundesregierung mit aller Macht zu retten gilt? Vorsicht! Bei aller Tatkraft, die das Bundeswirtschaftsministerium an den Tag legt, sollte Berlin das Augenmaß nicht verlieren. Denn schon der Fall von Vizeweltmarktführer Thomas Cook im vergangenen Jahr machte deutlich: Durch die Branche schleppten sich auch vor der Krise schon einige mächtige Zombies.

Das Schlimme daran: Mit dem Seitenblick auf den Staat, der im Pleitefall bis heute weitgehend für die Entschädigung geprellter Urlauber haftet, hielten sie sich bislang mit Dumpingangeboten über Wasser – frei nach dem Motto: Hauptsache, die Liquidität stimmt.

Der stramme Expansionskurs mancher Pauschalanbieter erinnerte dabei mitunter an ein Schneeballsystem. Dass er gleichzeitig Wettbewerber schädigte, dazu braucht man keine Fantasie. All dies sollten die Wirtschaftsprüfer berücksichtigen, wenn es ums Verteilen der beantragten Staatshilfen geht.

Wer von den rettungsbedürftigen Reisefirmen überzeugte bislang mit einem nachhaltigen Geschäftsbetrieb? So muss die Frage lauten. Und welcher Anbieter könnte nach dem Ende der Krise erneut zur Belastung werden? Das Coronavirus könnte so am Ende die Spreu vom Weizen trennen.

Mehr: Tui zieht die Prognose für 2020 zurück und will Staatshilfen beantragen.

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