Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Kommentar Der steigende Ölpreis sorgt für die nächste politische Unsicherheit

Weil sich der Ölpreis erhöht, dürften die versprochenen Steuerentlastungen in Deutschland ausbleiben. Das wird die Politikverdrossenheit verschärfen.
Kommentieren
Die einseitig vom US-Präsidenten gegen den Iran verhängten Sanktionen treiben bereits jetzt den Ölpreis. Quelle: AP
Donald Trump

Die einseitig vom US-Präsidenten gegen den Iran verhängten Sanktionen treiben bereits jetzt den Ölpreis.

(Foto: AP)

Der steigende Ölpreis könnte in Deutschland die ohnehin grassierende Unzufriedenheit mit der Politik verschärfen. Da verspricht die Große Koalition den Bürgern durchaus spürbare Entlastungen bei Steuern und Sozialabgaben ab 2019. Doch dann kommt Donald Trump.

Die einseitig vom US-Präsidenten gegen den Iran verhängten Sanktionen treiben bereits jetzt den Ölpreis. Mit der Androhung, ab November nicht nur den Iran, sondern auch alle Kunden des Landes mit Sanktionen zu überziehen, treibt Trump ihn weiter nach oben. Die Nachfrage nach dem Schmierstoff der Weltwirtschaft ist dank guter Konjunktur ohnehin hoch.

Mit höheren Ausgaben für Heizung, Autofahren und Flugreisen müssen damit auch die Deutschen rechnen: Mehr Geld im Portemonnaie dürfte von den Entlastungen der Großen Koalition deshalb kaum bei den Bürgern ankommen. Das verstärkt das Gefühl vieler Arbeitnehmer, am Daueraufschwung der Wirtschaft nicht wirklich teilzuhaben – trotz niedriger Arbeitslosigkeit und steigender Löhne.

Trump hat es ja bereits geschafft, durch den Beginn von Handelskonflikten die Exporterwartungen der deutschen Industrie deutlich zu dämpfen. Die Binnenkonjunktur blieb von Rückschlägen bisher allerdings verschont; der Konsum trägt den Aufschwung auch in seinem neunten Jahr. Bisher.

Während die Exporteure ein Gutteil der Nachteile hoher Ölpreise dadurch wettmachen können, dass ölexportierende Länder mehr einnehmen und dann gern deutsche Maschinen und Autos kaufen, schlägt die höhere Energierechnung aufs private Budget durch. Heizöl, Benzin und Lebensmittel, für deren Produktion ebenfalls viel Öl (etwa in Düngemitteln) verbraucht wird, müssen die Leute kaufen. Auch wenn dafür die Preise steigen.

Als Hoffnung bleibt zumindest, dass hohe Benzinpreise auch Trump und seinen Republikanern bei Wahlen schaden. Jedenfalls solange Saudi-Arabien seinen Ölhahn nicht weiter aufdreht.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite

Mehr zu: Kommentar - Der steigende Ölpreis sorgt für die nächste politische Unsicherheit

0 Kommentare zu "Kommentar: Der steigende Ölpreis sorgt für die nächste politische Unsicherheit"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.