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Kommentar Der Störenfried USA legt die WTO lahm

Ngozi Okonjo-Iweala sollte Generaldirektorin der WTO werden, doch die USA blockieren ihre Wahl. Präsident Trump will wohl jemanden, der pflegeleichter ist.
29.10.2020 - 19:25 Uhr Kommentieren
Ngozi Okonjo-Iweala ist hochqualifiziert für den Job als Chefin der Welthandelsorganisation (WTO) und könnte sie aus der Krise führen. Doch das will US-Präsident Donald Trump wohl unbedingt verhindern, denn ein Fan von freiem Handel ist er bekanntlich nicht. Quelle: AFP
Ngozi Okonjo-Iweala

Ngozi Okonjo-Iweala ist hochqualifiziert für den Job als Chefin der Welthandelsorganisation (WTO) und könnte sie aus der Krise führen. Doch das will US-Präsident Donald Trump wohl unbedingt verhindern, denn ein Fan von freiem Handel ist er bekanntlich nicht.

(Foto: AFP)

Die USA werden ihrem Ruf als Störenfried der internationalen Kooperation einmal mehr gerecht. Als Opfer muss wieder die Welthandelsorganisation (WTO) herhalten – jene Institution, die einen regelgebundenen und möglichst freien Warenaustausch garantieren soll.

Wenn es ein Land gibt, das auf eine funktionierende WTO angewiesen ist, dann ist das die Exportnation Deutschland. Deshalb sollte Berlin auch nicht einfach so darüber hinwegsehen, dass die USA als einziges der 164 WTO-Mitglieder die Ernennung der Nigerianerin Ngozi Okonjo-Iweala zur ersten Generaldirektorin blockieren.

In der konsensorientierten WTO kann jedes Mitglied Beschlüsse blockieren. Für die frühere Finanzministerin setzten sich ganz Afrika und auch die EU vehement ein. Und die eigens beauftragte Findungskommission empfiehlt ausdrücklich Okonjo-Iweala, die auch den US-Pass besitzt, als WTO-Chefin.

Doch US-Präsident Donald Trump scheint das nicht zu interessieren. Mit seinem Veto treibt er die WTO noch tiefer in die Krise: Der Einbruch des Warenaustauschs durch Corona, zunehmender Protektionismus und Handelskonflikte, dann noch die teilweise Lahmlegung des WTO-Gerichts durch Washington – es steht schlecht um die einst so stolze Institution. Sollte der Kampf um die WTO-Spitze länger andauern, wer weiß, ob die WTO jemals zu alter Stärke zurückfindet.

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    Eine energische Führungspersönlichkeit wie Okonjo-Iweala könnte der WTO neuen Schwung geben. Die promovierte Entwicklungsökonomin machte ihren Abschluss nicht nur an der US-Eliteuniversität MIT, sie hat auch eine beeindruckende Karriere hingelegt:

    Sie leitete nicht nur das Finanzressort und das Außenressort in Nigeria, sie war auch die Nummer zwei der Weltbank. Derzeit ist sie „Chair of the Board“ der globalen Impfstoffallianz Gavi. Und sie sitzt in den Boards der Standard Chartered Bank und von Twitter.

    Wieso also legt sich das Trump-Team quer? Dem Vernehmen nach löst die Nähe Okonjo-Iwealas zum Ex-Weltbank-Chef Robert Zoellick, ein bekennender Multilateralist, Irritationen aus. Die USA wollen lieber die Kandidatin aus Südkorea auf den WTO-Chefsessel hieven: Handelsministerin Yoo Myung-hee gilt als pflegeleicht und könnte von Washington besser gesteuert werden als die Nigerianerin.

    Doch es bieten sich Auswege aus der verfahrenen Lage: Zum einen könnte ein Sieg des des Demokraten Joe Biden bei der US-Wahl die Situation entschärfen. Auch sehen die WTO-Statuten als letztes Mittel eine Wahl ihres Chefs vor. Bei einer Abstimmung würde Okonjo-Iweala wohl klar gewinnen – eine schallende Ohrfeige für Trump.

    Mehr: USA blockieren Ökonomin Ngozi Okonjo-Iweala aus Nigeria als WTO-Chefin

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