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Kommentar Der Streit von UFO und Lufthansa läuft völlig aus dem Ruder

Die Gewerkschaft sagt den Ausstand bei der Lufthansa ab, will aber bei Töchtern wie Eurowings streiken. Richter sollten dem Machtkampf Einhalt gebieten.
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Hinter dem Arbeitskampf steckt ein tiefes Zerwürfnis zwischen Ufo und dem Lufthansa-Konzern. Quelle: dpa
UFO-Streik im November 2015

Hinter dem Arbeitskampf steckt ein tiefes Zerwürfnis zwischen Ufo und dem Lufthansa-Konzern.

(Foto: dpa)

Totales Chaos im Streit im Tarifstreit zwischen Lufthansa und der Kabinengewerkschaft UFO. Erst weitet die schwer angeschlagene Arbeitnehmervertretung am Freitagnachmittag ihren Streikaufruf auf alle Flugbetriebe der Lufthansa-Gruppe aus. Dann – wenige Minuten später – heißt es, zumindest die Streiks bei der Kernmarke Lufthansa seien abgesagt, weil der Konzern die Tarifforderung für die Stewardessen und Stewards erfüllen will.

Der Dauerstreit zwischen Lufthansa und UFO ist endgültig eskaliert. Längst ist die Ebene des vertretbaren Tarifstreits verlassen. Auch wenn das Streikrecht unbestritten ein hohes und schützenswertes Gut ist: Es ist an der Zeit, dass Arbeitsrichter einschreiten und die Verhältnismäßigkeit wiederherstellen. Die persönliche Auseinandersetzung zwischen UFO und Lufthansa darf nicht länger auf dem Rücken der Passagiere ausgetragen werden.

Die Fakten sprechen eine eindeutige Sprache: Da ist auf der einen Seite die Kabinen-Gewerkschaft UFO, die sich selbst an die Wand gespielt hat; durch Misswirtschaft und einen – man muss es wohl als erbärmlich bezeichnen – Machtkampf. Und da ist auf der anderen Seite die Lufthansa, die nach außen immer die Tarifneutralität betont, in ihrem Taten aber deutlich macht, dass sie die aktuell Handelnden bei der UFO loswerden will.

Die Leidtragenden sind die Passagiere. Dass sie in der Vergangenheit wegen der berechtigten Forderung nach Lohnerhöhungen auf den einen oder anderen Flug verzichten mussten, ist eine sicherlich hinnehmbare Sache. Dass sie jetzt wegen eines in den Details kaum noch zu durchschauenden Streit um den Status der UFO die Leidtragenden sind, ist eine ganz andere.

Das hat rein gar nicht mehr mit einer rechtlich gedeckten Tarifauseinandersetzung zu tun. Es ist ein Machtkampf.

In dieser Situation sind Arbeitsrichter gefragt. Sie müssen die Streitparteien wieder zu mehr Sachlichkeit zwingen. Die UFO muss endlich mit Neuwahlen ihren eigenen Status auf ein rechtlich sicheres Fundament stellen – eine Sache, die die Gewerkschaft längst hätte machen müssen.

Und die Lufthansa muss damit aufhören, den Mitarbeitern mit Konsequenzen zu drohen, wenn sie ihre Arbeit niederlegen. Das passt einfach nicht in die deutsche Tarifkultur.

Es ist an der Zeit, den völlig überzogenen und emotional entglittenen Streit zu beenden. Die Passagiere können am wenigsten für die aktuell verkorkste Situation. Aber sie sind es, die die Rechnung bezahlen. Das darf einfach nicht sein.

Mehr: Die Gewerkschaft ändert im Tarifstreit mit der Lufthansa ihre Taktik: Nun will UFO am Sonntag bundesweit bei Eurowings und Co. streiken.

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