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Kommentar Der Strompreis muss endlich sinken

Steigende Strompreise sind ein Warnsignal. Die Bundesregierung sollte rasch gegensteuern, denn der Stromverbrauch wird künftig stark zunehmen.
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Die Produktionskosten von Strom sind gering, viele Zusatzentgelte haben ihn in der Vergangenheit aber stark steigen lassen. Quelle: dpa
Stromzähler

Die Produktionskosten von Strom sind gering, viele Zusatzentgelte haben ihn in der Vergangenheit aber stark steigen lassen.

(Foto: dpa)

Eines ist sicher: Die Strompreise steigen. Berechnungen eines Vergleichsportals vom Wochenende belegen, dass sich dieser Trend im ersten Halbjahr 2019 ungebrochen fortgesetzt hat. Wenn die Strompreise tatsächlich die „Brotpreise des 21. Jahrhunderts“ sind, dann verheißt das nichts Gutes. Zwar haben schon viele Politiker hohen Strompreisen den Kampf angesagt, durchschlagende Erfolge konnten sie aber nicht erzielen.

Wenn ein Verbraucher 30 Cent für eine Kilowattstunde Strom bezahlt, dann entfällt auf die Herstellung des Stroms nur ein Bruchteil von vielleicht vier Cent. Das ist der Preis, den man im Großhandel zahlen muss. Der Rest ist im Wesentlichen staatlich veranlasst: EEG-Umlage, KWK-Umlage, Netzentgelte, Offshore-Netzumlage, Konzessionsabgabe, Stromsteuer und Mehrwertsteuer lassen aus vier Cent 30 Cent werden.

Dieses System ist weltweit ohne Vorbild, jedenfalls in diesem Ausmaß.

Dabei hat sich die hohe Belastung jeder Kilowattstunde überlebt. Die CO2-arme Energiewelt von morgen wird mehr strombasierte Anwendungen kennen als heute. Autos werden mit Strom betrieben, wesentlich mehr Häuser dürften mit elektrischen Wärmepumpen beheizt werden. Je mehr Strom für diese Anwendungen aus erneuerbaren Quellen stammt, desto besser fürs Klima.

Nur: Wer mehr elektrische Anwendungen will, darf den Strompreis nicht überfrachten. Im Gegenteil, der Strompreis muss deutlich sinken. Mit etwas Kosmetik lässt sich das nicht bewirken. Der Verzicht auf die Stromsteuer in Höhe von 2,05 Cent je Kilowattstunde etwa reicht bei Weitem nicht aus.

Eine stärkere Belastung fossiler Energieträger dagegen erscheint unausweichlich. Die Bundesregierung muss den Mut haben, das klar zu benennen und gleichzeitig einen Ausgleich zu schaffen für Haushalte und Unternehmen, die von diesem Kurswechsel überproportional betroffen wären. Sie muss jetzt schnell Konzepte vorlegen.

Mehr: Warum der Widerstand gegen die Strukturpläne für die Kohleregionen steigt.

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