Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Kommentar Der Tarifvertrag in der Autoindustrie muss neu geschrieben werden

Die Coronakrise hat in der Branche Tausende Jobs aufs Spiel gesetzt. Unternehmen und Gewerkschaften sollten jetzt gemeinsam für ein großes Paket kämpfen.
29.06.2020 - 17:14 Uhr Kommentieren
Die Angst vor Massenentlassungen wird die Arbeitnehmer dazu zwingen, neue Wege zu gehen, um möglichst viele Jobs zu retten. Quelle: dpa
Produktion bei ZF in Friedrichshafen

Die Angst vor Massenentlassungen wird die Arbeitnehmer dazu zwingen, neue Wege zu gehen, um möglichst viele Jobs zu retten.

(Foto: dpa)

Noch scheint das größte Problem vieler Menschen in Deutschland zu sein, wohin es in den Urlaub geht. Aber es kündigen sich weitaus existenziellere Fragen an, und das in Branchen, die über Jahrzehnte Garanten für den deutschen Wohlstand waren. Es brodelt vor allem in der Autoindustrie mit knapp einer Million Beschäftigten.

Weltweit werden in diesem Jahr wohl 30 Millionen Fahrzeuge weniger produziert als noch vor zwei Jahren. Überkapazitäten von einem Drittel werden einen massiven Personalabbau nach sich ziehen. Die im Zuge der Transformation zur Elektromobilität angekündigten Streichungen von mehreren Tausend Stellen bei den größten Autozulieferern Bosch, Continental und ZF könnten nur ein Vorgeschmack auf das sein, was mit der Coronakrise zusätzlich auf die Wirtschaft zukommt.

Klar ist: Einfache Auswege wird es nicht geben. Mit der Neuauflage einer staatlichen Kaufprämie für Autokäufer sind die Konzerne schon bei der Politik abgeblitzt.

Die Angst vor Massenentlassungen wird die Arbeitnehmer dazu zwingen, neue Wege zu gehen, um möglichst viele Jobs zu retten. Auch die Konzerne wollen verhindern, dass sie in der Krise Fachkräfte verlieren, die im nächsten Aufschwung wieder gebraucht werden. Das Schwierige im Vergleich zur Finanzkrise vor zehn Jahren ist: Damals konnte man mit Kurzarbeit auf Zeit spielen. Dank China erholte sich die Nachfrage rasch. Und vor allem konnte man mit Verbrennern weitermachen wie zuvor.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Jetzt gibt es erstens die Unsicherheit, mit welcher Technologie man wie schnell weitermacht. Das zweite Problem ist noch akuter: Es könnte noch Jahre dauern, bis wieder 100 Millionen Fahrzeuge auf der Welt gebaut und gebraucht werden – wenn überhaupt.

    Klar ist, die Kurzarbeit wird nicht reichen, weil dabei die Unternehmen strukturell bedingte Beschäftigungsanpassungen nicht durchsetzen können. In Notsituationen ist eine Absenkung der Arbeitszeit um 20 Prozent möglich. Die Abwägung, wie lange man solch einer Maßnahme zustimmt und zu welchen Bedingungen, wird sehr heikel für die Arbeitnehmer. Sie können den Arbeitgebern nicht die Errungenschaften der vergangenen zehn Jahre einfach auf dem silbernen Tablett liefern.

    Auf der anderen Seite stehen die Arbeitgeber nach dem Einbruch der Nachfrage mit dem Rücken zur Wand. Es muss sicher ein ganz großes Paket geschnürt werden. Ganz ohne staatliche Hilfe wird es nicht gehen. Soll die Situation nicht eskalieren, braucht es von Anfang an eine ganz neue Offenheit auf allen Seiten.

    Die alten Rituale werden sich die Industrie und ihre Beschäftigten in einer Zeit nicht leisten können, in der der Markt einem keine Zeit gibt. Eigentlich muss der Tarifvertrag neu geschrieben werden, auch wenn das keiner offen sagen will.

    Mehr: Conti bringt Absenkung der kollektiven Arbeitszeit ins Spiel – heißer Auto-Juli steht bevor

    Startseite
    Mehr zu: Kommentar - Der Tarifvertrag in der Autoindustrie muss neu geschrieben werden
    0 Kommentare zu "Kommentar: Der Tarifvertrag in der Autoindustrie muss neu geschrieben werden"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%