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Kommentar Der teure M-Dax und der preiswertere Dax zeigen für Anleger eine Crux auf

In der zweiten und dritten Börsenliga sind Aktien viel höher bewertet als im Dax. Das hat zwar gute Gründe, birgt für Anleger aber auch Risiken.
16.09.2020 - 18:01 Uhr Kommentieren
Der deutsche Leitindex hinkt gegenüber anderen Börsenindizes bei der Bewertung seit Jahren hinterher. Quelle: Bloomberg
Dax-Kurve

Der deutsche Leitindex hinkt gegenüber anderen Börsenindizes bei der Bewertung seit Jahren hinterher.

(Foto: Bloomberg)

Ob drei, fünf oder zehn Jahre: Der Dax hinkt hinterher. Nicht nur gegenüber den großen US-amerikanischen Indizes wie Dow Jones und Nasdaq, sondern auch gegenüber der zweiten und dritten deutschen Börsenliga. Der MDax schaffte in den vergangenen zehn Jahren 215 Prozent, der Dax gerade mal 110 Prozent – also nur etwa halb so viel. Auch TecDax und SDax performen besser als der Dax.

Auffällig ist in diesem Zusammenhang, dass der Dax mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 21 am niedrigsten bewertet ist. Das bedeutet, die Firmen brauchen rechnerisch 21 Jahre, um mit ihrem für 2021 prognostizierten Nettogewinn den aktuellen Börsenwert zu erreichen.

Der TecDax ist mit einem KGV von 30 deutlich teurer, ebenso der SDax mit einem KGV von 42. Der MDax kommt sogar auf eine Bewertung von 51. Wirklich preiswert ist zugegebenermaßen kein Index. Die hohen Bewertungen in den unteren Segmenten erinnern auf den ersten Blick sogar an Bewertungsexzesse während der Dotcom-Blase Ende der 90er Jahre.

Allerdings berechnet sich das aktuelle KGV an den Nettogewinnen der Unternehmen im Rezessionsjahr 2020 - und damit an sehr geringen Gewinnen, wie es sie schon lange nicht mehr gegeben hat. Schon 2021 dürfte die große Mehrheit der Unternehmen deutlich höhere Erträge einfahren – so wie es nach Rezessionen bislang immer der Fall war.

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    Gewinnsteigerungen von 30 Prozent und mehr sind in einem ersten Nachkrisenjahr nicht die Ausnahme, sondern Regel - allein schon auf Grund der extrem niedrigen Ausgangsbasis. Kommt es so, dann werden die im Moment hohen Bewertungen deutlich fallen.

    Kleine steigern Gewinne schneller als Große

    Auf den ersten Blick mag der Dax attraktiver als die anderen Indizes erscheinen. Doch entscheidend ist, dass die kleineren Unternehmen in den unteren Börsensegmenten seit Jahren ihre Gewinne schneller steigern als die Großen im Dax. Hier finden sich viele Unternehmen in gesättigten Branchen.

    Konzernen wie BASF, Munich Re oder Siemens fällt es schwer, ihre Gewinne Jahr für Jahr prozentual zweistellig zu erhöhen. Das aber gelingt den kleineren und oftmals jüngeren Unternehmen im M-, S- und TecDax sehr viel häufiger - und keineswegs nur in Nachkrisenjahren.

    Höhere Gewinnsteigerungen rechtfertigen höhere Bewertungen. Darin liegen die höheren Bewertungen im M-Dax, S-Dax und Tec-Dax begründet.

    Für Anleger bedeutet das zweierlei: Setzen sie auf Aktien in den unteren Börsensegmenten, kaufen sie sich damit Anteile von Unternehmen, die schneller wachsen als diejenigen im Dax. Das klingt gut. Doch die zweite Wahrheit lautet, dass in den Kursen diese höheren Erwartungen bereits stecken. Gehen diese nicht auf, drohen empfindliche Kursrückgänge oder sogar Kursabstürze.

    Mehr: Wendepunkt für Dax-Unternehmen: Nach dem Einbruch kommt der Aufbruch

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