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Gasturbine von Siemens

Siemens und die anderen Anbieter müssen sich nun fragen, ob sich die Milliardensummen für die Entwicklung der nächsten Turbinengenerationen lohnen.

(Foto: dpa)

Kommentar Der Turbinenmarkt muss sich neu ordnen

Wenn schon der Verkauf einer einzelnen Gasturbine zur Nachricht wird, heißt das für die Anbieter: dringend umdenken.
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Es ist ein beeindruckender technologischer Wettbewerb, den sich Siemens und Konkurrent General Electric inklusive Alstom seit vielen Jahren liefern. Über viele Jahre entwickeln die Energietechnik-Anbieter immer leistungsfähigere Gasturbinen. Mit einer davon können alle Haushalte in einer Stadt wie Hamburg mit Strom versorgt werden.

Mal schmückt sich der eine, mal der andere mit dem Weltmeistertitel der effizientesten Turbine. Mit der neuen HL-Klasse strebt Siemens einen Wirkungsgrad von 65 Prozent an.

Doch auch wenn Siemens nun die erste Gasturbine der HL-Klasse in Europa an einen schottischen Versorger verkauft hat: Der Markt insgesamt spielt nicht mehr mit. Zwar sind Gaskraftwerke eigentlich eine recht gute Ergänzung zu erneuerbaren Energien, weil sie sehr schnell abrufbar eine große Menge Grundlast liefern können.

Doch lohnt sich der Betrieb in Ländern wie Deutschland aus regulatorischen Gründen oft finanziell nicht. Nur in wenigen Ländern betreibt die Politik konsequent den Wandel von Kohle zum CO2-effizienteren Gas. Die Folge: Die Anbieter haben in Boomzeiten Kapazitäten für mehr als 400 große Gasturbinen aufgebaut. Verkauft werden inzwischen deutlich weniger als 100 im Jahr.

Siemens und die anderen Anbieter müssen sich nun fragen, ob sich die Milliardensummen für die Entwicklung der nächsten Turbinengenerationen lohnen, um noch das letzte Quäntchen Effizienz herauszuholen. Auch wenn man noch so gute Argumente auf seiner Seite hat: Es verheißt nichts Gutes, wenn schon der Verkauf einer einzelnen Turbine zur Nachricht wird.

Das Umdenken hat auch bei Siemens zumindest schon begonnen. Bei den erneuerbaren Energien sind die Münchener gut mit dabei. Die Kompetenz bei kleineren Turbinen für den dezentralen Einsatz musste sich Siemens zwar teuer zukaufen, weil die Entwicklung verschlafen wurde. Nun muss dieser Weg konsequent weitergegangen werden.

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