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Kommentar Der UBS-Chef hat im Steuerstreit zu hoch gepokert

Sergio Ermotti hat sich im Steuerstreit mit Frankreich verspekuliert. Die UBS bekam die von der Staatsanwaltschaft geforderte Milliardenstrafe.
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Die Schweizer Großbank muss eine empfindliche Strafe hinnehmen. Quelle: Bloomberg
UBS-Chef Sergio Ermotti

Die Schweizer Großbank muss eine empfindliche Strafe hinnehmen.

(Foto: Bloomberg)

Eigentlich galten die Steuersünden der Vergangenheit für Schweizer Banker als so gut wie abgehakt. Doch die Milliardenstrafe, die ein Pariser Gericht am Mittwoch gegen die UBS verhängt hat, zeigt: Auch zehn Jahre nach dem Ende des Bankgeheimnisses ist das leidige Kapitel nicht abgeschlossen – und wird jetzt zur Belastung für Bankchef Sergio Ermotti.

Dass sich die strittigen Fälle vor dem Antritt des Tessiners ereignet haben, hilft wenig. Der UBS-Chef und seine Juristen haben sich in Frankreich schlicht verspekuliert. Statt das Thema diskret mit einem Vergleich abzuräumen, ließen sie es auf einen Prozess ankommen – und kassierten nun in der ersten Instanz eine herbe Niederlage.

Die Bank hatte ihr Vorgehen mit dem Interesse ihrer Aktionäre gerechtfertigt: Man könne nicht leichtfertig Buße tun, wenn man gar nichts falsch gemacht hat. Auch dürften die UBS-Juristen gehofft haben, dass sich das Zeitspiel auszahlt.

Während Aufseher und Gerichte nach der Finanzkrise Härte zeigten, kamen manche Institute bei einer späten Einigung günstiger davon – so war es etwa auch beim Streit über faule Hypothekenkredite auf dem US-Markt. Doch in Frankreich ging dieses Kalkül nicht auf. Politik und Justiz kennen dort bei Steuerfragen kein Pardon – erst recht nicht in Zeiten, in denen die Gelbwesten gegen Ungleichheit aufbegehren.

Die UBS mag noch so oft auf ihre Unschuld pochen, das Gericht folgte ihrer Argumentation nicht. Die drohende Milliardenstrafe könnte die Bank zwar verkraften, schmerzen würde sie dennoch. Zudem droht ein enormer Flurschaden. Das Verfahren dürfte die Bank auf Jahre beschäftigen und den Börsenkurs belasten – zum Leidwesen der Aktionäre.

Sollte die UBS am Ende rechtskräftig verurteilt werden, dann könnten weitere Verfahren in anderen Ländern folgen. Besser wäre gewesen, die Bank hätte es erst gar nicht so weit kommen lassen – und das leidige Steuerthema gegen einen Obolus abgeräumt.

Mehr: Ein Pariser Gericht hat die UBS zu einer Rekordbuße wegen Geldwäsche und Steuerhinterziehung verurteilt. Wie es so weit kommen konnte, erklären Michael Brächer und Thomas Hanke.

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