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Kommentar Der Uniper-Vorstand hat sich verrannt

Dem Stromproduzenten Uniper droht die Zerschlagung, wenn sich die Aktionäre jetzt darauf einigen. Entsprechend groß ist die Unruhe im Unternehmen.
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Dem Stromkonzern droht die Zerschlagung. Quelle: Reuters
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Dem Stromkonzern droht die Zerschlagung.

(Foto: Reuters)

Die Hauptversammlungssaison ist in diesem Jahr so spannend wie nie. Egal ob bei Bayer, Deutscher Bank oder bei den Autokonzernen, die Aktionäre stellen die Vorstände zur Rede und nehmen sie in die Verantwortung. Besonders brisant wird die Hauptversammlung von Uniper am 22. Mai.

Dort steht nicht weniger als die Abstimmung über die Zerschlagung des Stromproduzenten auf der Tagesordnung. Und das Szenario ist realistisch. Der Antrag wurde zwar von einem Aktionär gestellt, der nur fünf Prozent hält. Großaktionär Fortum (49,99 Prozent) macht aber noch ein Geheimnis daraus, ob er den Antrag mitträgt, Fortum hätte gute Gründe.

Entsprechend groß ist die Unruhe im Unternehmen. Und einen großen Teil dieser Unsicherheit hat das Management zu verantworten. Letztlich, und da unterscheidet sich der Fall Uniper nicht von Bayer und Deutscher Bank, hat sich der Vorstand verrannt und nicht ausreichend Rücksicht auf die Befindlichkeiten seiner Aktionäre genommen.

Der Vorstand unter CEO Klaus Schäfer, der Ende des Monats nun auch ausscheidet, hat viel zu lange einen Abwehrkampf gegen Fortum geführt, den er nicht gewinnen konnte. Als Schäfer und Co. im Herbst 2017 mit der Offerte des finnischen Energiekonzerns konfrontiert wurden, war es noch legitim, diese zurückzuweisen.

Spätestens seit dem Sommer 2018, nachdem Fortum sich knapp 50 Prozent der Anteile gesichert hat, hätte das Management aber aktiv die Kooperation suchen müssen. Fortum ist der wichtigste Aktionär, und es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Finnen die Kontrolle voll übernehmen werden.

Seit Februar verhandelt das Uniper-Management endlich intensiver mit Fortum. Aber es bedurfte dafür eines Machtworts des Aufsichtsratschefs. Und inzwischen war schon zu viel Porzellan zerschlagen worden. Ob die Finnen trotzdem noch an einer ehrlichen Kooperation interessiert sind, wird sich auf der Hauptversammlung herausstellen. Noch ist das offen.

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