Kommentar Der Verkauf der Kraftwerkssparte wird für Siemens nicht leicht

Für die Kraftwerkssparte wird Joe Kaeser nur schwer einen Käufer finden. Eine Restrukturierung wäre zwar mühsam, aber nicht die schlechteste Lösung.
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Der Weltmarkt ist von Überkapazitäten und Preisdruck geprägt. Quelle: Siemens
Gasturbinen von Siemens

Der Weltmarkt ist von Überkapazitäten und Preisdruck geprägt.

(Foto: Siemens)

MünchenDas Kraftwerksgeschäft war lange Jahre die Ertragsperle von Siemens. Das langzyklische Geschäft war gut kalkulierbar, zeitweise waren die großen Gasturbinen der einzige Bereich im Konzern, der wirklich Geld verdiente.

Damit ist es vorbei. Der Weltmarkt für große Gasturbinen ist von Überkapazitäten und Preisdruck geprägt. Die großen Anbieter wie General Electric mit Alstom und Siemens bauen massiv Stellen ab. Da eine Erholung in der Branche auf längere Sicht nicht absehbar ist, ist es kein Wunder, dass Siemens-Chef Joe Kaeser eine Lösung bis hin zu einem möglichen Verkauf sucht.

Schließlich passen die großen Gasturbinen ohnehin nicht mehr so ganz in seine Langfriststrategie, die stark auf die Digitalisierung setzt. Geschäfte wie die Windturbinen und die Züge, die ebenfalls aufwendig zu produzieren sind, gehören zwar weiter zum Portfolio – im Betrieb liefern sie eine Menge wertvoller Daten. Doch sind sie ausgegliedert. Bei den großen Gasturbinen gibt es zudem nur überschaubare Synergien im Konzernverbund.

Welcher Konkurrenten soll zuschlagen?

Mitarbeiter fürchten einen Verkauf, Investoren hoffen darauf. Doch so schnell wird es mit einer Veräußerung nichts werden. Welcher Konkurrent mit eigenen Überkapazitäten sollte sich weiteren Restrukturierungsbedarf ins Haus holen – noch dazu in Deutschland, wo der Abbau von Arbeitsplätzen schwierig und teuer ist? Für GE hat sich der Alstom-Kauf bislang als kostspieliger Fehleinkauf erwiesen.

Die Gespräche von Siemens mit Mitsubishi sind nicht vorangekommen. Und Ansaldo aus Italien ist zu klein, um die Siemens-Sparte zu übernehmen. Da müsste die Konsolidierung eher anders herum laufen, doch vergrößern wird Kaeser die Kraftwerkssparte sicher nicht.

Wenn Kaeser keine Lösung einfällt, wird er den mühseligen Weg der Restrukturierung weitergehen müssen. Siemens braucht dafür einen langen Atem. Es ist auch nicht die schlechteste Lösung, wenn sich der Konzern nach der Telekommunikation nicht noch von einem weiteren Traditionsgeschäft trennt.

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