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Kommentar Der Vorstand der Deutschen Bank sollte auf seinen Bonus verzichten

Von den Mitarbeitern fordert Vorstandschef Christian Sewing Bescheidenheit. Dieses Prinzip sollte sich auch die Führungsmannschaft zu eigen machen.
13.12.2019 - 15:20 Uhr Kommentieren
2019 droht der Deutschen Bank ein Milliardenverlust. Der Vorstand sollte sich deshalb in Bescheidenheit üben. Quelle: Reuters
Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing

2019 droht der Deutschen Bank ein Milliardenverlust. Der Vorstand sollte sich deshalb in Bescheidenheit üben.

(Foto: Reuters)

Frankfurt So wie es aussieht, wird dieses schwierige Jahr für die rund 90.000 Mitarbeiter der Deutschen Bank mit einer weiteren schlechten Nachricht enden. Informationen aus Finanzkreisen zufolge soll der Bonuspool um 20 Prozent schrumpfen. Das wäre deutlich mehr als der Personalabbau von rund fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Für die Bescheidenheit gibt es jede Menge gute Gründe. Diese Gründe gelten aber natürlich nicht nur für die Mitarbeiter, sondern auch für den Vorstand. Deshalb sollten Christian Sewing und seine Kollegen im Top-Management auf ihre Leistungsprämien für 2019 verzichten, auch wenn sie de jure einen Anspruch auf zumindest einen Teil der Boni hätten.

Im Prinzip ist die Logik hinter dieser Forderung simpel. Für 2018 ließen sich die Vorstände einen Bonus ausbezahlen. Begründung: Nach drei Verlustjahren in Folge sei die Bank in die Gewinnzone zurückgekehrt. 2019 wird das Geldhaus wegen des tiefgreifenden Konzernumbaus allerdings wieder tief in die roten Zahlen rutschen. Im Schnitt rechnen die Analysten mit einem Minus von rund fünf Milliarden Euro.

Wenn die Gleichung lautet: „Gewinn für die Bank, gleich Bonus für den Vorstand“, dann müsste auch der Umkehrschluss gelten: „Kein Gewinn, kein Bonus“.

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    Die Realität sieht natürlich längst nicht so simpel aus wie diese Milchmädchenrechnung. An der Schlussfolgerung ändert das allerdings nichts.

    Enorme Opfer der Mitarbeiter

    Die Vorstände der Deutschen Bank haben nicht nur ein enorm arbeitsreiches, sondern auch ein enorm anstrengendes Jahr hinter sich gebracht. Und sie haben den lange überfälligen Umbauplan eingeleitet, der dem Geldhaus endlich wieder so etwas wie eine Zukunftsperspektive gibt.

    Es dürfte wenige Jobs in der deutschen Unternehmenslandschaft geben, die kräfte- und nervenzehrender sind als die Sanierung der Deutschen Bank. Welcher Manager würde schon gerne mit Sewing und seinen Kollegen tauschen wollen?

    Außerdem werden die Manager voraussichtlich einen ganz erheblichen Teil ihrer Vorgaben erfüllen: Wenn es um Kennzahlen wie Kapital, Kosten oder Verschuldungsgrad geht, hat die Bank ihre Ziele erreicht, und die Vorstände damit einen Anspruch auf zumindest einen Teil der Prämien.

    Aber trotz dieser Fortschritte ist die Deutsche Bank eben noch immer ein Sanierungsfall, der Umbauplan bleibt extrem ambitioniert, der Erfolg ungewiss. Das Reformprojekt fordert enorme Opfer von den Mitarbeitern, 18.000 Stellen sollen wegfallen.

    Die leidgeprüften Aktionäre haben in den vergangenen drei Jahren die Hälfte ihres Einsatzes verloren. Für 2018 steht noch immer ein Minus von 14 Prozent zu Buche, während der Dax 21 Prozent gewonnen hat.

    Angesichts der noch immer ausgesprochen ungemütlichen Situation der Deutschen Bank sollte der Vorstand ein Zeichen setzen, schon aus Solidarität mit den eigenen Mitarbeitern, von denen viele bald Ex-Mitarbeiter sein werden.

    Mehr: Deka-Fondsmanager: „Die Deutsche Bank steht vor einer Gratwanderung“

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