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Kommentar Der Wechsel an der Unilever-Spitze kommt zur richtigen Zeit

Mit Alan Jope beerbt ein erfahrener Manager die Konzernspitze, der unbefangener auftreten kann als sein Vorgänger. Doch er steht vor großen Aufgaben.
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Die Mitarbeiter fürchten, dass der Knorr- und Langnese-Konzern kaputtgespart werden soll. Quelle: Reuters
Unilever-Hauptquartier in Rotterdam

Die Mitarbeiter fürchten, dass der Knorr- und Langnese-Konzern kaputtgespart werden soll.

(Foto: Reuters)

Der scheidende Unilever-Chef Paul Polman hat Verdienste. Das Thema Nachhaltigkeit hat er so stark akzentuiert wie kein anderer Vorstandschef in der Konsumgüter-Branche. Außerdem hat er in den zehn Jahren an der Spitze den Unternehmenswert fast vervierfacht. Doch zuletzt war er das, was er nie sein wollte: ein Getriebener der Finanzmärkte. Daher ist der angekündigte Chefwechsel ein gutes Signal.

Nach einem abgelehnten Übernahmeangebot von Kraft-Heinz musste Polman das Margenziel auf ambitionierte 20 Prozent hochsetzen und deutliches Wachstum versprechen, um der Börse eine starke Alternative zu präsentieren. Anschließend plante er, den Unternehmenssitz – historisch gespalten zwischen Rotterdam und London – allein in die Niederlande zu verlagern. Die City legte ihm das als Flucht hinter restriktivere holländische Übernahmegesetze aus – und verhinderte den Schritt.

Die Mitarbeiter fürchten, dass der Knorr- und Langnese-Konzern kaputtgespart werden soll. Spätestens seitdem ist Polman angeschlagen. Nachfolger Alan Jope kann dagegen unbefangen auftreten. Er hat die Kosmetiksparte um Marken wie Dove und Axe zu Rekordmargen geführt. Dass mit Jope ein langjähriger Manager aus dem Konzern berufen wurde, lässt zwar vermuten, dass Unilever grundsätzlich auf Polmans Kurs bleibt.

Dennoch muss der neue Chef jetzt prüfen, ob Wachstums- und Margenziel tatsächlich gleichzeitig realistisch sind, während die Weltwirtschaft schwächelt. Mit der Personalie wird der Posten des Kosmetik-Spartenchefs frei. Hier könnte ein externer Manager neue Impulse setzen.

Frei wäre ein Deutscher: Stefan Heidenreich hört zum Jahresende als Beiersdorf-Chef auf. Der 55-Jährige hat in Hamburg die Marge verbessert. Nun könnte die dreimal so große Unilever-Sparte die richtige internationale Herausforderung für den Manager sein, dessen Kreativität zuletzt von Beiersdorf-Großaktionär Michael Herz arg gebremst wurde.

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