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Kommentar Der Weg zum digitalen Handel ist noch sehr weit

Viele kleine und mittlere Unternehmen leben in der digitalen Steinzeit. Großhändler wie Metro müssen da mühsam Hilfestellung leisten.
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Bei dem Großhändler zeigt sich beispielhaft, wie viele ganz banale Hürden unsere Wirtschaft noch nehmen muss, damit die digitale Welt auch Realität wird. Quelle: dpa
Metro-Filiale in Dortmund

Bei dem Großhändler zeigt sich beispielhaft, wie viele ganz banale Hürden unsere Wirtschaft noch nehmen muss, damit die digitale Welt auch Realität wird.

(Foto: dpa)

Es klingt verlockend. Selbstlernende Systeme automatisieren den Einkauf, die Auswertung von Kundendaten mit Künstlicher Intelligenz ermöglicht personalisierte Angebote in Echtzeit, digitale Vernetzung macht Einkaufszettel überflüssig, mit virtueller Realität können Kunden sich über Produkte und ihre Herstellung so gut informieren wie nie zuvor.

Auch Metro arbeitet an dieser Zukunft des Handels. Doch gerade bei dem Großhändler zeigt sich auch beispielhaft, wie viele ganz banale Hürden unsere Wirtschaft noch nehmen muss, damit die digitale Welt auch Realität wird. Und damit ist nicht nur die weitgehend fehlende moderne digitale Infrastruktur in Deutschland gemeint, die viele Unternehmen ausbremst. Das lässt sich beheben, wie jetzt die Kooperation von Metro und Vodafone zeigt – wenn auch mit sehr hohen Investitionen.

Händler wie Metro leiden darunter, dass ein Großteil der kleineren und mittelständischen Unternehmen – also ihre wichtigsten Kunden – noch in der digitalen Steinzeit leben. Da werden Warenlisten und Personaleinsatz mit Excel-Tabelle geplant, Bestellungen gehen per Fax raus, selbst Papier und Bleistift sind häufig noch unverzichtbar. Branchenweite Standards für die Vernetzung und universelle Schnittstellen sind nur ein vager Traum.

Deshalb muss Metro durch die Mühen der Ebene: Sie bietet Gastronomen kostenlos Homepages an und päppelt Start-ups auf, die einfache und preiswerte Tools programmieren, die Mittelständlern den Einstieg in die digitale Welt erleichtern. Das alles ist richtig, doch es wird dauern, bis der Großhändler die Früchte dieser Arbeit ernten kann.

Jetzt könnte sich rächen, dass auch Metro erst spät begriffen hat, dass das bisherige analoge Modell der Abholmärkte nicht die Zukunft des Großhandels ist. Dem Metro-Management läuft die Zeit davon. Denn die große Frage ist, ob auch die Investoren die Geduld aufbringen, bis sich diese digitale Grundlagenarbeit letztlich auszahlt.

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