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Kommentar Der widersprüchliche Umgang mit britischen Urlaubern offenbart die Missstände in der EU

Es kann nicht sein, dass Urlaubsländer sich über laxere Einreiseregeln Wettbewerbsvorteile verschaffen. Die EU-Staaten brauchen einheitliche Standards.
29.06.2021 - 17:09 Uhr Kommentieren
Für Spanien reicht ungeimpften Briten nach der jüngsten Verschärfung der Maßnahmen dort ein negativer Covid-Test. Quelle: AFP
Britische Touristen auf Mallorca

Für Spanien reicht ungeimpften Briten nach der jüngsten Verschärfung der Maßnahmen dort ein negativer Covid-Test.

(Foto: AFP)

Die Einheit Europas scheitert dieser Tage wieder einmal im Detail. Bei den Einreiseregeln für britische Urlauber etwa: Nach Portugal durften Briten wochenlang ohne Test und Quarantäne reisen – das Champions-League-Finale in Porto Ende Mai mit mehr als 16.000 britischen Fans steht dafür gewissermaßen symbolhaft. So verbreitete sich die gefährlichere Delta-Variante des Coronavirus munter in Portugal – und von dort aus weiter in Europa.

Erst am Montag lenkte die Regierung in Lissabon reichlich spät ein und verordnete den ungeimpften britischen Urlaubsgästen nun Tests und Quarantäne. Für Spanien indes reicht ungeimpften Briten nach der jüngsten Verschärfung dort ein negativer Covid-Test.

In Italien gilt eine fünftägige Quarantäne für sie schon länger, in Deutschland sind es gar 14 Tage Quarantäne – und nach Ungarn kommen sie per Flugzeug für touristische Zwecke gar nicht rein. Europäische Kakofonie eben.

Dabei waren die 27 EU-Staaten doch im vergangenen Oktober noch so stolz auf ihre einheitliche Corona-Ampel. Vorbei sollten die Zeiten unabgestimmter Grenzschließungen und Einreisebeschränkungen sein. Doch an die standardisierte Klassifizierung nach Neuinfektionen und Testdichte hält sich eben kaum ein Land. Es sind ja nur Empfehlungen. Und mit der Delta-Variante sind die EU-Staaten wieder einmal im unkoordinierten Wirrwarr der Regulierungen angelangt.

Das ist anderthalb Jahre nach dem Ausbruch der Pandemie nicht nachzuvollziehen. Dass ungeimpfte Briten für Portugal wie Spanien bis Montag noch nicht einmal einen negativen Schnelltest brauchten, ist fahrlässig.

EU-Staaten müssen schnell gemeinsame Standards setzen

Gerade um die wieder erlangte Reisefreiheit möglichst breit und lange aufrechtzuerhalten, sind einheitliche Reiseregeln in der EU zentral. Wenn Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident Emmanuel Macron einheitliche Reiseregeln zumindest für Gebiete mit gefährlichen Virusvarianten fordern, fragt man sich, warum wir diese nicht schon längst haben. Und warum es so lange dauert, diesen Missstand zu beheben.

Wenn wir in Zukunft bestmöglich mit dem Virus leben wollen, dann brauchen wir einheitliche Standards für die EU-Grenzen. Dann kann es nicht sein, dass sich die Urlaubsländer innerhalb der EU mit laxen Einreiseregeln Wettbewerbsvorteile verschaffen. Und dann kann es nicht sein, dass es Wochen dauert, bevor die EU-Staaten auf solche Missstände reagieren. Die Lehre sollten die EU-Staaten jetzt endlich ziehen.

Mehr: Angst vor der Delta-Variante: Diese Einreiseregeln gelten weltweit

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