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Kommentar Destruktive Logik im Handelsstreit

Die Verschiebung der Strafzölle gegen China fußt nicht auf neuen Einsichten des US-Präsidenten. Ein Bauchgefühl könnte wohl eher der Auslöser sein.
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Der US-Präsident zeigt mit seiner Logik im Handelsstreit wenig Weitsicht, meint unser Autor. Quelle: dpa
Donald Trump

Der US-Präsident zeigt mit seiner Logik im Handelsstreit wenig Weitsicht, meint unser Autor.

(Foto: dpa)

Was hat Donald Trump dazu getrieben, die Strafzölle gegen China kurz vor Inkrafttreten am 1. September nun doch bis in den Dezember zu verschieben? Ökonomische Vernunft, also die Einsicht, dass der US-Präsident mit seiner aggressiven Handelspolitik am Ende der eigenen Volkswirtschaft großen Schaden zufügt, dürfte nicht der Grund gewesen sein.

Auslöser war wohl eher das Bauchgefühl, dass auch seine Anhänger nicht allzu beglückt sein dürften, müssten sie demnächst eine Art Trump-Abgabe von zehn Prozent auf ihre Weihnachtsgeschenke zahlen. Denn nichts anderes bedeutet der geplante Strafzoll auf chinesische Importgüter aus Sicht der US-amerikanischen Konsumenten.

Es dürfte auch kein Zufall sein, dass Trump ausgerechnet jene Produktgruppen zunächst schont, die bei den Amerikanern gerne unter dem Weihnachtsbaum liegen: Handys, Bildschirme, Bekleidung. Tatsächlich ist der Kaufkraftentzug für die US-Konsumenten durch die Einführung der Trump’schen Strafzölle schon jetzt enorm.

In welchen Dimensionen der sich abspielt, hat unlängst der US-Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman errechnet. Demnach würde der Wohlfahrtsverlust bei einem Durchschnittszoll von 20 Prozent rund 100 Milliarden Dollar jährlich betragen. Nein, Trump geht es ums Prinzip.

Trumps Unbelehrbarkeit

Der Präsident lässt sich nicht beirren in seinem Wahn, dass die Handelsbilanzüberschüsse, die Länder wie Deutschland oder China mit den USA erwirtschaften, einen Betrug am amerikanischen Volk darstellen – und nicht etwa Folge des überdimensionierten Verschuldungs- und Konsumdrangs seiner Bürger wären.

Die eigentlich positive Nachricht des neuen Winkelzugs des US-Präsidenten: Die Handelsgespräche zwischen Amerikanern und Chinesen werden fortgesetzt. Und solange geredet wird, scheut vielleicht auch ein Donald Trump vor den ganz großen handelspolitischen Aggressionen zurück.

Ohnehin wird die Rivalität zwischen den USA und China für die Weltwirtschaft in den kommenden Jahrzehnten der prägende Faktor sein. Ein eskalierender Handelskonflikt zwischen den beiden größten Volkswirtschaften ist das Letzte, was die ohnehin schwächere Weltkonjunktur jetzt gebrauchen kann.

Die destruktive Logik Trumps, dass Handelspartner wie China oder Deutschland, das seine Wirtschaftsleistung fast zur Hälfte über den Export erzeugt, bei einem Handelskrieg mehr litten als die USA (wo der Beitrag des Exports zum Bruttoinlandsprodukt nur zwölf Prozent beträgt), stimmt allenfalls in der Mittelfrist. Am Ende sind alle die Verlierer.

Mehr: Die USA senden Entspannungssignale im Zollstreit mit China. Ob der Handelskrieg damit dauerhaft befriedet werden kann, ist allerdings ungewiss.

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