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Kommentar Deutsche-Bank-Chef Sewing glaubt zu Recht an kreative Zerstörung

Während der Coronakrise wird die Kraft der Erneuerung gern ausgeblendet. Dabei sollte der Staat eigentlich nicht alles und alle retten wollen.
17.11.2020 - 13:55 Uhr Kommentieren
Der CEO der Deutschen Bank hält nichts von der allumfassenden Coronahilfe des Staats für die Wirtschaft. Quelle: Marc-Steffen Unger für Handelsblatt
Christian Sewing auf dem Handelsblatt Bankengipfel 2020

Der CEO der Deutschen Bank hält nichts von der allumfassenden Coronahilfe des Staats für die Wirtschaft.

(Foto: Marc-Steffen Unger für Handelsblatt)

Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing hat den Staat gemahnt, Coronahilfen für die Wirtschaft nicht nach dem Gießkannenprinzip zu verteilen – und stattdessen „kreative Zerstörung“ zuzulassen. Ausgerechnet Sewing, möchte man denken. Solche Worte aus dem Mund eines Managers, der darauf vertrauen darf, dass sein Geldhaus mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit kein Opfer der Pandemie wird. Geldhäuser und erst recht die Deutsche Bank gelten als systemrelevant, sie dürfte der Staat wohl kaum der kreativen Zerstörung überlassen.

Da lässt es sich leicht reden. Zumal Chefs des größten heimischen Geldhauses hin und wieder unangenehm auffallen, weil sie aus sicherer Perspektive entspannt über existenzielle Fragen anderer urteilen. Einer von Sewings Vorgängern, Hilmar Kopper, hat mit seinen „Peanuts“ zweifelhaften Ruhm erworben. Kopper bezeichnete damit offene Handwerkerrechnungen eines Pleiteinvestors. Der schuldete auch der Deutschen Bank Millionen. Nur eben sehr viele.

Deswegen aber Sewings Mahnung an die hyperaktive Bundesregierung abzutun, das wäre fatal. Der Banker hat recht. Und man kann nicht oft genug davor warnen, dass die gut gemeinten Hilfspakete gegen die Folgen der Pandemie auch schweren Schaden anrichten können. Denn es geht nicht nur darum, ob und wie ein Unternehmen kurzfristig über Wasser gehalten werden kann. Es geht immer auch um die Frage, welche langfristigen Folgen das hat.

Natürlich gibt es Unternehmen, die Kraft staatlicher Anordnung schlicht ihren Geschäftsbetrieb einstellen müssen – Restaurants zum Beispiel. Aber es gibt eben auch solche, deren Finanzen schon immer auf Kante genäht waren – oder Unternehmen, die kein tragfähiges Geschäftskonzept haben. Wollen wir die wirklich alle durchfüttern?

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    Es ist nicht leicht, in der Hektik dieser Tage Zombies auszusortieren. Aber hat es Sinn, die vielen defizitären Regionalflughäfen weiter zu finanzieren? Corona wäre ein guter Anlass, dem Subventionsirrsinn ein Ende zu setzen. Und müssen wirklich alle Messeplätze in Deutschland überleben? Da könnte sich der Staat als Miteigentümer dieser Unternehmen sogar selbst einen Gefallen tun und die kreative Zerstörung nutzen, um kräftig aufzuräumen.

    Das Helfersyndrom des Staates in der Pandemie suggeriert, alles liege danieder. So ist es aber keineswegs. Die für uns so wichtige Autoindustrie hat enormes Tempo Richtung Elektromobilität aufgenommen. In der Medizin deuten sich bahnbrechende neue Technologien an. Corona forciert auch kreative Erneuerung. Die sollten wir stärken.

    Mehr: Deutsche-Bank-Chef warnt vor zu viel Coronahilfen – „Kreative Zerstörung zulassen“

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