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Kommentar Deutsche Bank setzt mit instinktlosen Beförderungen ihren Ruf aufs Spiel

Die Deutsche Bank predigt Kulturwandel und hat schon oft Besserung gelobt. Doch das dafür nötige Fingerspitzengefühl fehlt ihr noch zu oft.
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Eine Compliance-Abteilung ist, was sauberes Geschäftsgebaren anbelangt, das Aushängeschild einer Bank. Quelle: dpa
Deutsche Bank

Eine Compliance-Abteilung ist, was sauberes Geschäftsgebaren anbelangt, das Aushängeschild einer Bank.

(Foto: dpa)

Dass die Deutsche Bank in China und Russland eine merkwürdige Beförderungskultur pflegte, war schon lange bekannt. Weniger bekannt war, dass ein darin verstrickter Manager trotz interner Untersuchungen hinterher noch eine globale Führungsrolle in der Abteilung für Regulierung, Compliance und die Bekämpfung von Finanzkriminalität erlangen konnte. Klingt wie ein Aprilscherz, ist aber traurige Realität.

Der leitende Manager, um den es geht, setzte sich beim Engagement eines dubiosen Beraters über die Bedenken der Compliance-Abteilung hinweg. Nun verdient jeder Mensch eine zweite Chance, und es mag sein, dass der betroffene Manager sein damaliges Verhalten längst bereut hat.

In einer Abteilung, die sauberes Geschäftsgebaren sichern und Fehlverhalten verhindern soll, hat jemand mit einer solchen Vergangenheit dennoch nichts zu suchen. Erst recht nicht in leitender Funktion.

Das hat etwas mit Glaubwürdigkeit zu tun. Eine Compliance-Abteilung ist, was sauberes Geschäftsgebaren anbelangt, das Aushängeschild einer Bank. Wer so eine Abteilung vertreten will, muss über alle Zweifel erhaben sein.

Das gilt erst recht für ein Institut wie die Deutsche Bank, das in der Vergangenheit chronisch gegen alle erdenklichen guten Sitten verstoßen hat. Denn wie soll jemand glaubwürdig für saubere Geschäfte eintreten und diese durchsetzen, wenn er sich früher selbst über Bedenken der Compliance-Abteilung hinweggesetzt hat?

Dass der Asien-Veteran bei seinem Tun sich angeblich straf- und arbeitsrechtlich nichts zuschulden kommen ließ, reicht da nicht aus. Auch wenn der Manager in der Abteilung eher mit Verwaltungsarbeiten betraut war. Immerhin durfte er in seiner Rolle per Video um Compliance-Nachwuchs werben.

Die Deutsche Bank hat nun schon häufiger Besserung gelobt. Mit solchen Personalentscheidungen, die jegliches Fingerspitzengefühl vermissen lassen, riskiert das Institut aber das, was von seinem guten Ruf geblieben ist.

Mehr: Wie die China-Praktiken einen Compliance-Manager der Deutschen Bank belasten.

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