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Kommentar Deutsche Konzerne müssen von Amazon Primes Paketangeboten lernen

Jeff Bezos hat es vorgemacht: Verschiedene Services in einem Paket sind für Nutzer hochattraktiv. Deutsche Unternehmen könnten hier punkten.
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Der Internethändler ist mit Paketangeboten erfolgreich. Quelle: Reuters
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Der Internethändler ist mit Paketangeboten erfolgreich.

(Foto: Reuters)

„Rundle“ ist ein niedliches Wort, doch es beschreibt etwas Gefährliches – zumindest für jedes Unternehmen, das mit Amazon konkurriert. Der Marketingprofessor Scott Galloway nennt so Paketangebote, die gegen einen monatlichen Abopreis verschiedene Services zusammenbinden und mit jedem neuen Element attraktiver und unverzichtbarer für die Nutzer werden.

Amazons Dienst Prime fing mit kostenlosem Produktversand an, machte mit Video- und Musikstreaming weiter. Inzwischen ist selbst eine Krankenversicherung des Bezos-Konzerns denkbar. Klingt abwegig? Das war der Plan des einstigen reinen Onlinebuchhändlers, auch Emmy-reife Serien zu produzieren, vor wenigen Jahren auch noch.

Amazon-Chef Jeff Bezos hat erkannt, dass Konsumenten sich Wahlfreiheit höchstens in Maßen wünschen. Die wenigsten wollen neben dem Netflix-, dem Amazon-Abo und dem Rundfunkbeitrag auch noch für ein Premium-Angebot von Pro Sieben und RTL bezahlen. Vor allem nicht, wenn sie wegen der kostenlosen und schnellen Paketlieferung Amazon eh treu bleiben wollen.

Ein deutsches Amazon wird kein einzelner Konzern schaffen können. Aber die Unternehmen müssen kreativer in ihren Kooperationen werden, um „Rundles“ anzubieten, die Amazon Prime ausstechen. Ein Bündnis aus Pro Sieben, Techniker Krankenkasse, Allianz, Vodafone, Handelsblatt, N26, McFit und regionalen Stadtwerken klingt zunächst nach einem zusammengewürfelten Haufen.

Aber jeder wünscht sich weniger Papier- und E-Mail-Krieg mit Versicherungen, Telefon-, Strom- und Streaminganbietern. Denkt man vom Kunden und den regelmäßigen Posten auf seinem Kontoauszug her, ergibt eine Allianz über Branchen hinweg Sinn – auch finanziell.

Ein „Deutschland-Rundle“ könnte Größenvorteile realisieren, Marketing und Kundenservice poolen und von gesteigerter Loyalität profitieren: Wer will schon für all diese Angebote neue Anbieter suchen? Selbst für einen Service aus dem Paket, mit dem ein Kunde nicht völlig zufrieden ist, wird er sich nicht gleich eine Alternative suchen, wenn die Grenzkosten niedrig sind.

Die bisherigen Bündnispläne deutscher Unternehmen sind im Vergleich dazu ziemlich konventionell: Die Telekom bindet mit ihrem „Stream On“-Angebot Internet, Musik- und Gamingdienste zusammen, aber wenig mehr. Die Kooperation von Autoherstellern und Banken, um Kreditkarten anzubieten, könnte ebenfalls breiter angelegt sein.

Statt vom Kunden sind viele Kooperationen bislang eher von der Abverkaufchance her gedacht. Deutsche Unternehmen müssen sich nicht kleinmachen vor Amazon: Sie haben vertrauenswürdige Marken, Kundenkontakt und an lokale Kunden angepasste Angebote. Aber nur im Paket wird das wirklich sichtbar.

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