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Kommentar Deutsche Start-ups brauchen nicht mehr Geld vom Staat, sondern bessere Rahmenbedingungen

Gründer-Lobbyisten klagen über zu wenig Risikokapital in Deutschland. Dabei wäre es hier viel wichtiger, IPOs und Talentsuche zu erleichtern.
29.09.2020 - 17:57 Uhr Kommentieren
Gründer brauchen nicht mehr Risikokapital aus Deutschland, sondern bessere Standortbedingungen. Quelle: dpa
Start-ups

Gründer brauchen nicht mehr Risikokapital aus Deutschland, sondern bessere Standortbedingungen.

(Foto: dpa)

Eine altbekannte Klage erscholl am Dienstag gleich doppelt: Die Förderbank KfW und der Start-up-Verband beklagten in zwei separaten Studien, Deutschland mobilisiere zu wenig Risikokapital für die Wachstumsfinanzierung älterer Start-ups.

Bei der Anschubfinanzierung für Gründer hat sich viel getan. In den vergangenen Jahren haben sich etliche Frühphasen-Fonds in Deutschland gegründet, die lokal verankert sind. Sie bieten den Gründern meist auch Unterstützung beim Aufbau ihrer Unternehmen. Ihren Investoren versprechen die Fonds häufig Kontakt und Austausch mit der Gründerszene – und locken so etwa Mittelständler und Unternehmer. Dazu kommt eine umfangreiche staatliche Förderung, etwa von KfW, Landesförderbanken und Europäischem Investitionsfonds.

Die Gründer-Lobbyisten fragen: Warum funktioniert das nicht bei den größeren Finanzierungsrunden in erfolgreiche Gründungen, die schnell wachsen wollen? Schnell wird der Ruf nach noch mehr Staatshilfe laut. Doch das ist nicht der richtige Weg.

Die Statistiken zeigen zwar, dass der überwiegende Teil des Geldes für große Finanzierungsrunden aus dem Ausland kommt. Doch das zu beklagen ist anachronistisch. Es ist schlichtweg so, dass die großen Risikokapitalfonds historisch gewachsen in den USA sitzen. Sie haben mehr Erfahrung, bessere Ergebnisse und eine internationalere Perspektive als die wenigen deutschen Anbieter. Entsprechend legen auch deutsche Investoren gern ihr Geld in US-Fonds an.

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Standort erkennen

    Für die deutsche Finanz-Community bedeutet das zwar, dass einige Marktchancen an ihr vorbeigehen. Doch das betrifft nur einige wenige Vermögensverwalter. Auch die negativen Auswirkungen auf die Start-up-Szene sind in Wirklichkeit begrenzt. Auf dem Niveau von neunstelligen Investitionssummen ist der Kapitalmarkt immer global – und wäre es auch, wenn der Geldgeber statt in New York in Frankfurt säße. Gründer, die so viel Geld bekommen wollen, müssen mit großen Visionen und guter Ausführung gegen globale Mitbewerber um Kapital glänzen. Das gelingt in Deutschland, wie etwa Teamviewer und Celonis zeigen – wenn auch noch zu selten.

    Die Politik kann an anderer Stelle helfen: beim Verhindern von Standortverlagerungen. Die Bedingungen etwa für Börsengänge und Talentsuche müssen für schnell wachsende Unternehmen so gut sein, dass globale Investoren den Sitz ihrer Start-ups seltener nach Übersee verschieben. Das gelingt: Inzwischen halten mehr Start-ups bei einer Expansion in die USA als noch vor einem Jahrzehnt ihre Kernteams in Europa. Das hilft der deutschen Szene mehr als Subventionen.

    Mehr: Deutschland spielt bei Börsengängen nur in der dritten Liga

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