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Kommentar Deutsche Unternehmen müssen die Gefahr von Cyberspionage ernst nehmen

Die Mittel der Bundesregierung, Industriespionage aus China zu bekämpfen, sind trotz Bemühungen begrenzt. Die Wirtschaft muss sich selbst schützen.
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Ein gut aufgebauter Schutzwall wehrt meist schon die kleinen Kriminellen ab. Quelle: dpa
Cybersicherheit

Ein gut aufgebauter Schutzwall wehrt meist schon die kleinen Kriminellen ab.

(Foto: dpa)

Es ist eine düstere Vorstellung. Hacker haben sich Zugang zum Allerheiligsten des Unternehmens verschafft, den Geschäftsgeheimnissen. Niemand im Betrieb merkt, wie darauf hingearbeitet wird, dass mühsam erarbeitetes Know-how abgesaugt wird. Bis es zu spät ist. Laut Experten ist dieses Horrorszenario längst Realität in Deutschland. Nicht nur, aber insbesondere China wird auch von der Bundesregierung verdächtigt, im Rahmen seiner „Made in China 2025“-Strategie gezielt Industriespionage zu betreiben.

Es ist höchste Zeit für die deutschen Unternehmen, die Gefahr aus dem Cyberraum endlich ernst zu nehmen. Große Konzerne haben das Problem längst erkannt, sie haben eigene Abteilungen, die sich mit der Abwehr von Cyberangriffen befassen. Und sie schließen sich zusammen, um sich über IT-Sicherheit auszutauschen. Doch bei kleinen und mittelgroßen Unternehmen fehlt oft noch das Bewusstsein für den Ernst der Lage – ein Fehler, der fatale Folgen haben kann.

Klar, kleine Unternehmen haben es da schwerer. Ihnen fehlt oft das Geld für üppige IT-Sicherheit. Ganz zu schweigen davon, dass sie oft als Arbeitgeber nicht attraktiv genug sind für die richtig guten IT-Experten, die nötig sind, um staatlich unterstützte Hackerattacken abzuwehren.

Das darf aber noch lange kein Grund sein, um sich kampflos seinem Schicksal zu ergeben. Bei Start-ups sollte nicht nur das Training für den perfekten Investoren-Pitch ganz oben auf der Agenda stehen, sondern auch Know-how über Cybersicherheit. Bei kleinen und mittleren Unternehmen sollte es selbstverständlich sein, dass sie sich gegenseitig informieren über Angriffe, die sie bemerkt haben.

Der Austausch darüber, wie sich Unternehmen schützen können, findet häufig noch viel zu selten statt. Es sollte festes Gesprächsthema bei jedem Mittagstisch mit anderen Unternehmern sein. Denn eins ist klar: Keine Firma kann sich mehr sicher sein, nicht Ziel von Hackerangriffen zu werden. Vielleicht steckt in manchen Fällen nicht gleich der chinesische Staat dahinter, aber ein gut aufgebauter Schutzwall hält auch die kleinen Kriminellen raus.

Regierung ist auf China angewiesen

So bitter es ist, letzten Endes hat die Erfahrung der Vergangenheit gezeigt, dass die Möglichkeiten der Bundesregierung, die deutschen Unternehmen vor Industriespionage zu schützen, begrenzt sind. Die Bemühungen aus Berlin sind zwar allen Lobes wert und sollten auch aufrechterhalten werden.

Aber zu einem Dialog gehören immer zwei. Die Bundesregierung ist darauf angewiesen, dass die chinesische Regierung kooperiert und dafür sorgt, dass die Industriespionage aufhört. Bislang sieht es nicht danach aus, dass Peking großes Interesse daran hat.

Mehr: Immer öfter werden deutsche Firmen Opfer von Cyberangriffen aus China. Berlin vermutet dahinter Pekings Versuch, an Geschäftsgeheimnisse zu gelangen.

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