Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Kommentar Deutschland darf bei der Energiewende keine Option außen vor lassen

Grüner Wasserstoff ist kein Wundermittel, aber er darf im Instrumentenkasten nicht fehlen. Klimaneutrale Gase sollten vom Bund mehr gefördert werden.
Kommentieren
Die Industrie forscht an der Technologie mit Milliardenaufwand. Quelle: picture alliance / Daniel Bockwo
Wasserstoffproduktion

Die Industrie forscht an der Technologie mit Milliardenaufwand.

(Foto: picture alliance / Daniel Bockwo)

Lange war grüner Wasserstoff verpönt. Denn warum sollte man erneuerbaren Strom nutzen, um Wasserstoff herzustellen und dabei hohe Umwandlungsverluste in Kauf nehmen? Tatsächlich ist es in vielen Anwendungsfällen natürlich sinnvoller, den Strom ohne Umwege einzusetzen.

Doch das ist nur ein Teil der Wahrheit. Es gibt Fälle, in denen der direkte Einsatz von Strom nicht möglich ist. Darum sind synthetisch hergestellte Gase wie grüner Wasserstoff Teil der Lösung beim Klimaschutz. Man darf sie nicht ausklammern, sondern muss sie sinnvoll einbetten.

Wasserstoff – das war in den Augen vieler nicht mehr als der Treibstoff fürs Brennstoffzellenauto. Wasserstoff wird oft ausschließlich assoziiert mit jener Antriebstechnologie im Verkehrssektor, die seit gefühlt 20 Jahren permanent kurz vor dem Durchbruch steht, aber stets in der Nische stecken blieb.

Doch die Anwendungsmöglichkeiten von Wasserstoff sind viel breiter gefächert. Stahl- und Chemieindustrie etwa forschen mit Milliardenaufwand an Verfahren, um durch den Einsatz von grünem Wasserstoff ihre CO2-Emissionen deutlich zu reduzieren. Für sie ist grüner Wasserstoff wertvoller Rohstoff und Brücke in die dekarbonisierte Welt.

Und wenn die Brennstoffzelle für den Pkw möglicherweise auch künftig wegen des bisweilen erratischen E-Auto-Hypes nie den Durchbruch schafft – im Schwerlast- oder Schiffsverkehr dürften synthetische Brennstoffe in den kommenden Jahren eine wachsende Rolle spielen.

Die Bundesregierung tut gut daran, das Thema auf allen Ebenen voranzutreiben. Von der weiteren Optimierung von Prozessen auf Forschungsebene bis hin zur Unterstützung des Markthochlaufs durch Quotenregelungen für die Beimischung ins Gasnetz gehört alles auf den Tisch.

Und das nicht nur im Dienste des Klimaschutzes. Denn die Wasserstoff-Technologie bietet gigantische industriepolitische Perspektiven. Die Ausgangsvoraussetzungen für deutsche Anlagenbauer sind perfekt. Diesen Trumpf sollte man nicht leichtfertig verspielen.

Mehr: Bundesweit plant Altmaier 20 Einrichtungen, in denen die Zukunftstechnologie erforscht werden soll. 100 Millionen Euro pro Jahr stehen bisher zur Verfügung.

Startseite

Mehr zu: Kommentar - Deutschland darf bei der Energiewende keine Option außen vor lassen

0 Kommentare zu "Kommentar: Deutschland darf bei der Energiewende keine Option außen vor lassen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote