Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Kommentar Deutschland darf wegen Corona nicht zum Überwachungsstaat werden

Nie wurden in Friedenszeiten Rechte so stark beschnitten wie wegen des Coronavirus. Jeder Schritt muss abgewogen, Werte dürfen nicht verspielt werden.
29.03.2020 - 18:55 Uhr Kommentieren
Virologen wollen im Idealfall jeden Bürger in Echtzeit überwachen, um Infektionsketten unterbrechen zu können. Quelle: dpa
Jugendliche und Smartphones

Virologen wollen im Idealfall jeden Bürger in Echtzeit überwachen, um Infektionsketten unterbrechen zu können.

(Foto: dpa)

In Zeiten der Corona-Pandemie scheint nahezu jedes Mittel recht. Normales Verhalten wird plötzlich verboten. Das Treffen mit Freunden, der Ausflug auf den Spielplatz oder das Abendessen im Restaurant: Noch nie wurden die Rechte der Bürger in Deutschland seit Ende des Zweiten Weltkriegs so stark eingeschränkt wie heute. Plötzlich ist sogar eine Totalüberwachung der Bürger eine denkbare Option.

Der Aktionismus einiger Politiker und Virologen geht jedoch zu weit. Jeder Schritt muss verhältnismäßig sein. Nicht alles, was möglich ist, ist auch sinnvoll. Die Gefahr ist zu groß, dass wir nachhaltig unsere Werte beschädigen.

Deutschland und jetzt auch die EU-Kommission wollen anonymisierte Bewegungsdaten unserer Handys auswerten. Damit lassen sich zwar Bevölkerungsströme nachbilden. Virologen geht das aber nicht weit genug. Sie wollen im Idealfall jeden Bürger in Echtzeit überwachen, um Infektionsketten unterbrechen zu können.

Es ist klar, dass die Gesundheitsbehörden überlastet sind. Sie brauchen Unterstützung. Es gibt Mittelwege, die Freiheiten nicht unnötig einschränken. Eine App, die Kontakte erfasst, könnte freiwillig von Bürgern installiert werden. Die Daten müssen lokal auf den Geräten der Bürger gespeichert werden.

Wird die Person positiv auf das Coronavirus getestet, kann sie aktiv ihre Daten an Gesundheitsbehörden schicken sowie alle Menschen in ihrer Umgebung informieren. Dafür sind keine Bewegungsdaten nötig. Es reicht – etwa über Technologien wie Bluetooth – zu erfassen, welche Menschen sich in den Tagen und Wochen zuvor in unmittelbarer Nähe der infizierten Person aufgehalten haben. Das ist nur eine von vielen Ideen, die helfen können, ohne den Datenschutz komplett zu vernachlässigen.

Transparenz, Verhältnismäßigkeit und wo immer möglich Freiwilligkeit sollten die Maßnahmen bestimmen. Die Mittel gegen Corona dürfen aus Deutschland auf keinen Fall einen Überwachungsstaat machen.

Mehr: Die Nutzung von Handydaten zur Corona-Eindämmung ist doch nicht vom Tisch. Gesundheitsminister Spahn hält daran fest – und erhält plötzlich breite Rückendeckung.

Startseite
Mehr zu: Kommentar - Deutschland darf wegen Corona nicht zum Überwachungsstaat werden
0 Kommentare zu "Kommentar: Deutschland darf wegen Corona nicht zum Überwachungsstaat werden"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%