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Kommentar Deutschland hat allen Grund, auch an die anderen EU-Staaten zu denken

Deutschland wird diese Coronakrise nur gut überstehen, wenn der Rest der Europäischen Union es auch schafft. Nationales Eigenlob führt am Problem vorbei.
20.04.2020 - 16:40 Uhr Kommentieren
Im Wettbewerb der Weltmächte (und ihrer politischen Systeme) hätte Deutschland ohne eine starke und einige EU im Rücken auch nicht mehr viel zu melden. Quelle: dpa
Europäische Kommission in Brüssel

Im Wettbewerb der Weltmächte (und ihrer politischen Systeme) hätte Deutschland ohne eine starke und einige EU im Rücken auch nicht mehr viel zu melden.

(Foto: dpa)

Die Lage ist miserabel, und so wird es höchste Zeit für deutsche Politiker, sich wieder einmal selbst auf die Schulter zu klopfen. Die hohe Zahl der Intensivbetten und die niedrige Corona-Sterbequote sind doch wirklich ein Grund zur Freude. „Das läuft wie am Schnürchen“, schwärmte der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer am Sonntagabend im Fernsehen.

Eine flächendeckende Versorgung mit Gesichtsmasken gibt es zwar immer noch nicht, und die Corona-Tracking-App lässt auch noch auf sich warten. Der Selbstzufriedenheit tut das aber keinen Abbruch. Auch Peter Altmaier brüstete sich: „Deutschland ist mit dieser Krise besser zurechtgekommen als fast alle anderen Länder in Europa und in der Welt.“

Das national eingefärbte Eigenlob wirkt wie aus der Zeit gefallen – nach dem Motto: Am deutschen Gesundheitswesen soll die Welt genesen. „Rückfall ins 19. Jahrhundert“, spottete Ex-Diplomat Wolfgang Ischinger. Sein ironischer Kommentar gilt der TV-Sendung von Anne Will, die zur deutschen Nabelschau geriet.

Vom Rest der Europäischen Union war 60 Minuten lang keine Rede. Doch was nützen die schönsten (vermeintlichen) deutschen Erfolge im Kampf gegen Covid-19, wenn unsere Nachbarn die Pandemie nicht in den Griff bekommen?

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    Deutschland ist auf Gedeih und Verderb darauf angewiesen, dass auch Frankreich, Spanien und Italien gut aus dieser Krise herauskommen. Ein Virus macht nicht an Staatsgrenzen halt, und Deutschlands Wirtschaft lebt nicht von sich selbst allein.

    Wirtschaft ist auf stabile Währung angewiesen

    Würden unsere wichtigsten europäischen Handelspartner in einer Dauerrezession versinken, dann ginge es für deutsche Exporte und Direktinvestitionen genauso rapide bergab. Spekulative Attacken gegen italienische Staatsanleihen kann sich Deutschland ebenso wenig leisten wie jeder andere Euro-Staat.

    Denn gerade unsere Wirtschaft ist auf eine stabile starke Währung angewiesen. Im Wettbewerb der Weltmächte (und ihrer politischen Systeme) hätte Deutschland ohne eine starke und einige EU im Rücken auch nicht mehr viel zu melden.

    Wer sich mit plumper Deutschtümelei auf Kosten unserer europäischen Nachbarn bei den Wählern anbiedert, der verstellt die eigentlichen Zusammenhänge: Deutschland kann diese Krise nur dann gut überstehen, wenn die Partner in der EU das auch schaffen.

    Was Frankreich und Südeuropa nützt, hilft indirekt auch Deutschland. Im Krisen-Stresstest kommt es leider wieder ans Licht: Das selbstverständliche Denken im europäischen Kontext hat immer noch keinen Eingang gefunden in die DNA des Berliner Politikbetriebs.

    Mehr: Vor dem EU-Gipfel am Donnerstag versucht der italienische Premier Conte alles, um die Partner von gemeinsamen Anleihen zu überzeugen. Das hat innenpolitische Gründe.

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