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Kommentar Deutschland hat die Biokraftstoffe zu früh abgeschrieben

Europa hat die Nutzung von Biokraftstoffen einst deutlich beschränkt und verpasst so Innovationen. Dabei sind die Biofuels für eine nachhaltige Welt noch unverzichtbar.
15.01.2020 - 15:44 Uhr 1 Kommentar
Biokraftstoffe könnten eine gute Ergänzung zum fossilfreien Technologie-Mix werden.
Biokraftstoff E10

Biokraftstoffe könnten eine gute Ergänzung zum fossilfreien Technologie-Mix werden.

Schon allein bei dem Wort Biokraftstoff geht bei vielen Deutschen das Warnlicht an. Zu tief sitzt das E10-Trauma und die damit verbundene Debatte um die Tank-oder-Teller-Diskussion von 2011. Der Traum vom nachhaltigen Treibstoff aus Pflanzen scheint in Deutschland ausgeträumt. Das ist ein Problem.

Denn die auf Neudeutsch umgetauften Biofuels sind für eine nachhaltige Welt unabdingbar. Ohne Acker im Tank, keine Verkehrswende, warnen Experten. Nicht jeder Verbrennungsmotor kann durch ein E-Auto ersetzt werden, der Ökostrom wird dafür schlicht nicht reichen. Das Gleiche gilt für grünen Wasserstoff. Biokraftstoffe könnten also eine gute Ergänzung zum fossilfreien Technologiemix werden.

Seit dem Debakel vor neun Jahren sollen in der EU Zertifikate dafür sorgen, dass die für den Ökosprit angebauten Energiepflanzen keine negativen Folgen wie Land- oder Nahrungsmittelraub haben. Ob in Indonesien und Malaysia wirklich kein Regenwald mehr für das begehrte Palmöl abgeholzt wird, kann aber nur schwer kontrolliert werden.

Derzeit können sich Kraftstoffverkäufer auch Energiepflanzen, deren Anbau zur Abholzung von Regenwäldern beiträgt, auf die gesetzlich verpflichtende Quote von mindestens sechs Prozent Biosprit anrechnen lassen. Doch das läuft 2023 ohnehin komplett aus.

Die Anrechnung von Energiepflanzen, deren Anbau zur Abholzung von Regenwäldern beiträgt, wird aber 2023 ohnehin komplett auslaufen. Der eigentliche Punkt ist jedoch: Biokraftstoff kann nicht nur aus den eigens dafür angebauten Pflanzen hergestellt werden. Auch aus Holzabfällen, Strohresten oder Mist lässt sich heute Treibstoff gewinnen.

Mit einer aus der Tank-oder-Teller-Diskussion hervorgegangenen gesetzlichen Deckelung bei der Nutzung der Biofuels als Ganzes versperrt sich Europa selbst den Weg zu den Möglichkeiten und Innovationen, die Wirtschaft und Wissenschaft auf diesem Feld aktuell entwickeln. Firmen wie Clariant, Verbio oder die Österreicher von Austrocell beweisen, dass die industrielle Herstellung von Sprit aus Strohabfällen oder Holzresten zwar noch teuer, aber längst nicht mehr nur ein Traum ist.

Und die Wirtschaftlichkeit allein sollte kein Ausschlusskriterium sein. War und ist sie ja auch bei Elektroautos und Power-to-X nicht.

Mehr: Der Klimaschutz dürfte den Bedarf an grünem Strom enorm befeuern. Doch der Ausbau von Wind- und Solaranlagen wird nicht mithalten können, warnen Experten.

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1 Kommentar zu "Kommentar: Deutschland hat die Biokraftstoffe zu früh abgeschrieben"

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  • "Nicht jeder Verbrennungsmotor kann durch ein E-Auto ersetzt werden, der Ökostrom wird dafür schlicht nicht reichen." Und darum sollten wir neben Biokraftstoffe auch auf neueste Technologien setzen. Die Mobilität der Zukunft ist elektrisch - das ist auch für die Berliner Neutrino Energy Group vollkommen klar.
    Allerdings werden Zwischenstopps an den Ladesäulen demnächst der Vergangenheit angehören. Die Autos der Marke Pi beziehen ihre Energie aus Energiewandlern, die diese aus Strahlung gewinnen. Dabei geht es um sehr leichte Elektrofahrzeuge, deren Karosserie nicht aus Aluminium besteht, sondern aus Karbon. Dieses Kohlenstoffverbundmaterial ist nicht nur extrem leicht, sondern ermöglicht auch die problemlose Integration der Energiewandler. Somit kann der gesamte Fahrzeugkörper für die Energiegewinnung genutzt werden. Der griechische Buchstabe Pi wurde als Markenname gewählt, weil er für Unendlichkeit steht. So wie Fotovoltaikanlagen Strom aus dem sichtbaren Licht gewinnen, wandelt die Neutrino-Voltaik nicht-sichtbare Strahlung in Energie um. Damit ergibt sich ein bedeutender Vorteil: diese Energiegewinnung ist nicht vom Tageslicht abhängig. Die extrem kleinen, hochenergetischen Teilchen stehen rund um die Uhr, an 365 Tagen im Jahr, an jedem beliebigen Ort zur Verfügung. Das Karlsruher Institut für Technologie untermauert mit seiner Forschung und Messergebnissen diese Innovation. Darum sollte unsere Politik und die Medien endlich Steuern, damit die Wirtschaft Rudern kann.

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