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Kommentar Deutschland ist kein Ungleichland

In Deutschland geht es gerechter zu, als Sozialverbände behaupten. Deren Forderungen spielen hingegen den Rechtspopulisten in die Hände.
08.08.2018 - 15:40 Uhr 1 Kommentar
Zwar gibt es auch in Deutschland Armut und Ungerechtigkeit – doch im G7-Vergleich sticht Deutschland nicht hervor. Quelle: dpa
Bettler in Stuttgart

Zwar gibt es auch in Deutschland Armut und Ungerechtigkeit – doch im G7-Vergleich sticht Deutschland nicht hervor.

(Foto: dpa)

Deutschland verwandelt sich langsam in eine Oligarchie. Diesen Eindruck erweckt zumindest der Paritätische Wohlfahrtsverband in seinem Jahresgutachten. Während einige wenige immer mehr Vermögen ansammelten, würden große Teile der Bevölkerung immer weiter abgehängt. Die soziale Spaltung sei für den Aufstieg der AfD verantwortlich, weshalb mehr umverteilt und der Sozialstaat kräftig ausgebaut werden müsse.

Mit diesen Thesen langt der Wohlfahrtsverband gleich doppelt daneben. Zunächst: Deutschland ist kein Ungleichland.

Die Vermögen sind zwar ungleich verteilt. Aber unter den G7-Staaten ist die Ungleichheit der Nettoeinkommen in Deutschland am geringsten und seit 2005 konstant. Die Mittelschicht ist stabil. Und auch bei der Armutsquote sticht Deutschland nicht hervor.

Das heißt natürlich nicht, dass es keine Armut gibt im Land. Gerade Alleinerziehende und Arbeitnehmer, die wegen Krankheit frühzeitig in Rente gehen müssen, sind armutsgefährdet. Ihnen muss der Staat helfen, etwa über eine höhere Erwerbsminderungsrente, Kinderbetreuungsangebote oder einen höheren Kinderzuschlag.

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    Gleichzeitig braucht es aber vor allem endlich eine Reform des Steuer- und Sozialsystems. Wer als Niedrigverdiener heute einen kleinen Gehaltssprung macht, verliert schnell sämtliche Sozialleistungsansprüche und hat dann oft weniger Geld als vorher in der Tasche. Das ist nicht nur ungerecht, sondern auch volkswirtschaftlich überaus dämlich.

    Sich dieses Problems anzunehmen wäre eine verdienstvolle Aufgabe für Sozialverbände. Doch die schreien lieber wie eh und je nach einer Rückabwicklung der Agenda- und Rentenreformen sowie nach einer Vermögensteuer. Würden diese Vorschläge umgesetzt, spielte das den rechten Populisten in die Hände, die die Sozialverbände bekämpfen wollen.

    Denn die Verlierer einer solchen Politik wären die Schwachen, die ihr Dasein in der Abhängigkeit des Staates fristen müssten, weil sie keine Chance mehr auf Aufstieg hätten.

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    1 Kommentar zu "Kommentar: Deutschland ist kein Ungleichland"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • .......kein Ungleichland........
      Wie kann ein Redakteur solche Hirngespinste zum Besten geben, obwohl er die Fakten kennt.
      Dies sind bewußte Lügen und Halbwahrheiten.
      Peterchens Mondfahrt ist dagegen eine echte Dokumentation.

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