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Kommentar Deutschland muss Afrika strategisch stabilisieren

Investitionen allein können Migration nicht verhindern. Aber sie können helfen, sie zu steuern. Deutschland sollte deshalb die Risiken nicht scheuen.
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Der Auswanderungswille wird durch mehr Wohlstand nicht schwinden: Es sind nie die Hungerleider, die den Schlepper bezahlen können. Quelle: dpa
Äthiopien

Der Auswanderungswille wird durch mehr Wohlstand nicht schwinden: Es sind nie die Hungerleider, die den Schlepper bezahlen können.

(Foto: dpa)

Dass Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) deutsche Firmen für Investitionen in Afrika gewinnen will, ist richtig. Ebenso die Erkenntnis, dass dies nur funktionieren wird, wenn Wirtschafts- und Finanzminister mitziehen und am besten auch die Verteidigungsministerin und der Innenminister beim Aufbau von Armee und Polizei in den oft fragilen Staaten helfen. Bisher jedenfalls hat jeder deutsche Minister viel zu sehr seine eigenen Projekte gehegt und gepflegt.

Was aber auch der dritten schwarz-roten Koalition von Kanzlerin Angela Merkel fehlt, ist eine umfassende Afrika-Strategie. Diese müsste als Erstes definieren, welche Interessen Deutschland und Europa auf dem Nachbarkontinent verfolgen sollten. Es geht um weit mehr, als „Fluchtursachen zu bekämpfen“.

Ohne Afrikas Rohstoffe würde die europäische Wirtschaft schnell zusammenbrechen. Gerade die vorgeblich sauberen Digital- und Elektroindustrien erweisen sich immer mehr als Junkies von knappen Rohstoffen wie Koltan und Lithium. Doch die Vorräte Afrikas haben sich größtenteils die Chinesen gesichert – über Investitionen.

Die Europäer sind seit der Jahrtausendwende dabei, in Afrika ihre Chancen zu verpassen. Ja, Investitionen bergen ein hohes Risiko. Dies muss der Staat abmildern – vor allem, indem er mit den akzeptableren unter den afrikanischen Regierungen ordentliche Rahmenbedingungen schafft. Jede Stabilisierung eines afrikanischen Staates vermindert zudem die Gefahr, dass neue Rückzugsorte für Terroristen und neue Kriege entstehen.

Der Auswanderungswille allerdings wird durch etwas mehr Wohlstand nicht schwinden: Es sind nie die Hungerleider, die den Schlepper bezahlen können.

Die Wirtschaftsmigration werden Europas Staaten steuern müssen. Das geht auch mit menschlichem Gesicht, genauso wie eine faire Rohstoffpolitik möglich ist. Beides zu entwickeln und umzusetzen ist ein langer Weg. Immerhin versucht Müller jetzt, erste pragmatische Schritte zu gehen.

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